Verbotene Elche und Urlaubsausfall.

Gebt uns die D-Mark zurück! Dieser Spruch ertönt in letzter Zeit immer lauter. Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist. Das ist nicht wertend gemeint. Ich weiß es wirklich nicht. Aber ich kann es verstehen angesichts der unfassbaren Entwicklungen in der Eurokrise.

Aber um Politik soll es hier nur am Rande gehen. Auch wenn die Politik an meiner misslichen Lage zumindest teilweise schuld ist. Eigentlich sollte ich nämlich jetzt beim Mountainbiken in den Alpen oder am Gardasee sein. Oder in Verona auf der Piazza dell’ Erbe Spritz schlürfen. Aber alles nix. Niente.

Ich sitze hier bei Regen im Kölner Büro und der Urlaub ist verschoben. Warum? Weil das neueste und modernste Auto, das wir je hatten – ein 2007er Passat – neuerdings auf der Autobahn gern ins Notprogramm fällt. Was sehr unpraktisch ist. Wahrscheinlich liegt es am Turbolader, aber sicher ist das nicht.

Unser schöner alter 850er Volvo, den wir vor zwei Monaten durch den schicken Passat ersetzt haben, hat solche Macken nicht gehabt. Der Vorgänger, ein Prachtstück von einem 740er Volvo, auch nicht. OK, beide hatten glücklicherweise auch weder Turbolader noch Notprogramme. Aber sie haben uns mit je mehr als 300.000 km auf dem Buckel immer zuverlässig überall hin gebracht.

Warum wir dann keinen alten Volvo mehr fahren? Weil die guten alten Diesel-Elche mit der roten Feinstaub-Plakette gebrandmarkt sind und wir damit in fast keine große Stadt mehr kommen.

Also haben wir gezwungenermaßen ein tolles, modernes, grünplakettiertes  Auto gekauft, das jetzt nicht mal zuverlässig fährt. Solche von der Politik (und der Autolobby) erzwungenen Konsumausgaben sind ein böser Eingriff in die Autonomie der Verbraucher.

Nein, ich hab nix gegen Ökologie. Aber in Sachen Feinstaubplakette ist das doch nur ein Feigenblatt. Ein Auto möglichst lange zu fahren, ist nicht nur finanziell vernünfitg, sondern auch ökologischer als sich alle drei Jahre ein neues zu kaufen.

Also, ich bin nicht sicher, ob ich die D-Mark wiederhaben will. Aber was ich gern wiederhätte, sind ein paar Freiheiten, die es D-Mark-Zeiten noch gab. Zum Beispiel die Freiheit, selbst entscheiden zu dürfen, welches Auto ich fahre – solange es TÜV und ASU hat.

Ich habe da wenig Hoffnung, aber die 740er Elche sind ja bald reif für die H-Nummer.

Bis dahin hoffe ich, dass wir es trotzdem bald pannenfrei über die Alpen schaffen.

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