SAMSTAGS-SHOPPING

Samstags-Shopping scheint eine beliebte Freizeitbeschäftigung zu sein. Uns ist es recht. Volle Städte bedeuten menschenleere Wälder. Für Mountainbiker ein sehr wünschenswerter Zustand. Leider musste es diesen Samstag aber auch bei uns mal sein, das Samstags-Shopping.

Nach einer schlammigen Wintersaison waren bei unseren Bikes jetzt dringend neue Ritzel und Ketten angesagt. Und ich brauche neue Mountainbike-Schuhe. Meine haben schon ein paar Jährchen auf dem Buckel und sehen nach diversen Schiebe- und Tragepassagen auf steinigem Grund von unten inzwischen eher noppenlos aus wie Rennrad-Schuhe.

Der einzige interessante Bike-Shop in unserer Nähe ist für Berufstätige nur samstags erreichbar. Also habe ich meinen Liebsten in seinen Lieblingsladen begleitet. Drinnen locker 30 Grad und gefühlte 200% Luftfeuchtigkeit. Und dann der Schuh-Bereich. Ganze Regale voll mit den genau den SiDi-Schuhen, die suche – aber leider alles Herrenschuhe, in die meine schmale Damen-39 niemals reinpasst. Die Damenecke nimmt ein Fünftel der Schuhabteilung ein und die Designs verschlagen mir glatt den Atem: Weiß, weiß-silber, schwarz mit ganz viel Bronze, schwarzes Lackleder. Argh, da fehlt nur noch die Strass-Edition mit „echten   Swarowski-Steinen“. Welche Vorstellungen haben die Produktdesigner und Einkäufer eigentlich vom Dresscode einer Mountainbikerin? Hier werde ich jedenfalls nicht fündig.

Nach diesem eher ernüchternden Einkaufserlebnis fahren wir noch zum naheliegenden Knauber-Freizeit-Markt. Eigentlich nur, weil da auch das beste Fischgeschäft weit und breit ist und wir was zum Grillen brauchen. Aber wenn man schon mal beim Knauber ist, geht man natürlich auch rein. Sieht immer alles so hübsch dekoriert aus. Und der neu gestaltete Außenbereich ist eine sehr gut gemachte Abfolge von Beispielen verschiedener Gartenstile. Also gehen wir einfach mal gucken. Ah, eine wunderschöne  japanische, in Karikomi-Schnitttechnik geformte Kiefer. Hmpf, 14.800 EUR. Das ist eindeutig nicht der Preis, der zum Spontankauf verleitet.

Drinnen, in der Küchenabteilung sieht es schon anders aus. Das einzige, was ich wirklich brauche, sind Provence-Kräuter. Die profan in Zellophan verpackte, aber hervorragende Lieblingssorte gibt es nicht mehr. Dafür ein schick im Aludöschen verpacktes Nachfolgeprodukt. Viermal so teuer und ohne Lavendel und Fenchelsamen. Hm, nicht gut. Aber es gibt ja so viel andere verlockende Sachen. Nach ein einer Weile herumtaddeln, habe ich mich in ein schönes Kochbuch „Landküche. Einfach gut kochen mit Bioprodukten“ verliebt. In Samstagslaune gehen auch noch die leckeren, aber teuren italienischen Rosmarin-Plätzchen mit, die so gut zum Aperitiv passen. Und außerdem noch eine Mini-Agave samt Übertopf.

An der Kasse beläuft sich das ganze Gedöns dann auf über 60 EUR. Eigentlich kein Wahnsinnsbetrag, aber ganz schön viel dafür, dass ich nur Kräuter für 1,95 EUR kaufen wollte. Die ich noch nicht mal bekommen habe.

Am meisten tut es mir aber um die vertane Zeit leid. Die ganze Aktion hat locker drei Stunden gedauert. Zeit, die man bei dem schönen Wetter besser im Garten verbracht hätte – oder eben beim Mountainbiken.

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