BÜCHERDIÄT? BÜCHERDIÄT!

Ach, nein: Jetzt auch noch Bücherdiät?

Keine Sorge, ich will mein Hirn nicht in den Schlafmodus versetzen. Es geht nicht um die Abstinenz vom Buch an sich. Es geht ums Bücherkaufen. Und so wie ich bei meiner Kleiderdiät mitnichten nackt gehen muss, wird es mir auch an Lesestoff nicht mangeln.

Ich habe einfach mehr Appetit auf Bücher, als ich lesen und verdauen kann:

Sachbücher, Fachbücher, Kochbücher, Romane, Krimis … Irgendwie ist mein Geist ständig hungrig. Es gibt immer etwas, das mich brennend interessiert. Und dazu bestelle ich mir dann ein Buch. Oder auch mehrere.  Gestern Nachmittag habe ich mal alle Buchkäufe dieses Jahres aufgelistet und mit Erschrecken festgestellt, dass ich vieles nur angelesen oder noch gar nicht gelesen habe. Nicht aus Desinteresse, sondern schlicht aus Zeitmangel. Andere Bücher habe ich eher verschlungen als gelesen. Mit dem Ergebnis, dass ich wichtige Inhalte schon wieder vergessen habe.

Außerdem sind die Buchbestellungen seit Beginn meiner Shoppingdiät noch einmal explodiert. Typischer Fall von Ersatzdroge? Jein. Einerseits ist da wohl was dran. Andererseits sensibilisiert mich der Konsumverzicht bei Kleidung offensichtlich für Entgleisungen an anderen Fronten.

Also, ab jetzt ist Bücherdiät.

Bis Ende des Jahres. Das sollte genug sein, um das Ungelesene zu lesen und mir das hastig Verschlungene noch einmal in Ruhe vorzunehmen. Denn was bringen mir sie schlauesten Sachbücher und Ratgeber, wenn ich zwei Wochen später nicht mehr weiß, was drinstand? Nicht weil ich zu blöd bin, sondern weil ich sie hastig gelesen und nicht reflektiert habe. Weil ich schon auf das nächste Buch gierig war.

Außerdem werde ich mein Bücherregal, das eigentlich eher eine Bücherwand ist, aufräumen … und alle Bücher ausmisten, die ich sicher nie mehr lesen werde.

Bücher ausmisten?

Bis vor kurzem war das für mich noch reinste Blasphemie. Ich liebe Bücher seit meiner Kindheit. Sie waren für mich immer irgendwie heilig. Aber inzwischen habe ich gelernt: Es gibt Bücher, die mir persönlich nichts bringen. Es gibt auch einfach schlechte Bücher. Junkfood auf Papier. Dann gibt es Bücher, die sind wie One-Night-Stands. Ganz nett zum einmal Durchschmökern, aber nichts für den Bücherschrank. Und es gibt Bücher, deren Zeit einfach vorbei ist. Diese Bücher sind nicht heilig. Sie verstopfen schlicht mein Bücherregal. Und irgendwie auch mein Leben.

Es muss ja nicht unbedingt Wegwerfen sein.

Man kann mit seinen alten Büchern auch den Kauf neuer finanzieren. Die Entscheidungsfindung ist ganz einfach: Amazon aufrufen. Buch suchen. Nachschauen, was das Buch beim Trade-In oder gebraucht noch bringt. Und dann verkaufen, verschenken oder spenden. Aber alles, was keiner will, kommt in die Papiertonne. Klingt hart, aber ist der einzig vernünftige Weg.

Bücher können das Leben unglaublich bereichern. Aber zu viele Bücher sind schlicht zu viel des Guten. Wir haben nur begrenzte Zeit und auch keine unendliche Aufnahmekapazität. Also lieber weniger Bücher mit mehr Achtsamkeit und/oder Genuss lesen.

Mehr Qualität als Quantität. Das ist es. 

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