ALMRAUSCH

Da bin ich nochmal. Heute gibt es gleich zwei Posts – als Ausgleich dafür, dass es in den nächsten Tagen gar keine geben wird. Ab morgen habe ich endlich für eine reichliche Woche Urlaub! Das heißt auch Online-Pause: kein Web, keine Mails, keine Posts.

Damit es Euch inzwischen gut geht, schicke ich Euch kurzerhand auf die Alm. Zumindest mental.

Kühe im Val Venegia

Diese hübschen Almkühe habe ich nicht selbst gehütet, sondern nur mit dem Mountainbike passiert.

Warum aber auf die Alm? Ganz sicher nicht, weil es da angeblich koa Sünd gibt. Was ich ohnehin stark bezweifle. Wäre ja auch schade. Aber eines gibt es auf einer richtigen Alm ganz sicher nicht: Konsum. Weil nämlich der nächste Laden meist einige Kilometer weit entfernt ist. Internet-Shopping geht auch nicht, denn auf der Alm hat’s üblicherweise keinen Strom.

Und trotzdem scheint man da oben glücklich zu sein. Sehr sogar. So sehr, dass mache Ex-Stadtmenschen ihr ganzes Leben darum stricken, jeden Sommer mehrere Monate als Hirte bzw. Hirtin auf der Alm zu verbringen. Mich wundert das nicht.

Denn fehlende Einkaufsmöglichkeiten, Strom oder fließend Wasser werden durch einen unglaublichen Reichtum an anderen Dingen ausgeglichen: Die frische Quelle direkt vorm Haus. Eine herrliche Berglandschaft. Saftige blühende Almwiesen. Frische Luft. Ruhe. Blaubeeren, Himbeeren, Brombeeren, Wildkräuter und Pilze satt. Eine urige Hütte. Und die lieben Rindviecher, um deren Hüterei es ja eigentlich geht. Wobei diese trotz ihres vordergründig gemütlichen Auftretens nicht immer Anlass zu reiner Freude bieten. Und ja, auch jede Menge Arbeit –  nützliche, körperliche Arbeit, die zwar anstrengend, aber sehr befriedigend ist und neben Muckis auch wundervollen Schlaf beschert.

Ihr seht, ich bin regelrecht fasziniert vom Almleben. Falls Ihr Lust habt, zumindest per Buch eine würzige Brise Almluft zu schnuppern, kann ich Euch die Bücher „Kuhl. Das Almhandbuch für Statdmenschen“ von Tobias Micke und „Alpsommer. Mein neues Leben als Hirtin“ von Ute Braun empfehlen. (Beide Links sind übrigens reiner Service für Euch, keine Affiliate-Links.)

Tobias Micke ist ein junger Wiener, der für drei Monate auf eine abgelegene Alm in Kärnten gezogen ist. Das Buch, das übrigens beim Öffnen muhen kann (also beim Lesen in der Bahn bitte vorsichtig bedienen!) ist sehr witzig und sympathisch, aber trotzdem alles andere als oberflächlich geschrieben.

Ute Braun lebt seit mehr als 20 Jahren jeden Sommer als Hirtin auf einer Schweizer Alp. Ihr Buch ist ruhiger und nachdenklicher, aber auch sehr schön zu lesen.

Beide Autoren zeichnen kein rosarot verklärtes Bild vom Almleben. Sie berichten auch von den weniger erquicklichen Dingen wie ausgebüchsten Kühen, missglücktem Käse oder der nicht immer unendlich großen Freude darüber, nach einem anstrengenden Arbeitstag erst ein Feuer im Herd entfachen zu müssen, damit man ein warmes Essen bekommt. Aber beide waren bzw. sind sehr glücklich auf ihrer Alm.

Oh, jetzt ist der Post über diese ganz besondere Art von KonsumRebellion vor lauter Almbegeisterung viel zu lang geworden. Aber dafür gibt es ja die nächsten Tage nichts von mir zu lesen. Vergesst meinen Blog nicht und bleibt mir gewogen. Ab 7.8. bin ich wieder für Euch da.

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3 Antworten zu ALMRAUSCH

  1. fraudehnertsallerlei schreibt:

    Alm-Idylle klingt traumhaft! 🙂 Ich wünsch dir einen wundervollen Urlaub, erhol dich gut! 🙂

  2. Mini_Cologne schreibt:

    Ich weiß wie traumhaft das ist. Die Berge sind wundervoll. Hab letztes Jahr meinen Sommerurlaub in den Alpen verbracht. Herrlich.

    Wünsche dir einen tollen Urlaub. 😉

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