SHOPPINGDIÄT: Update #4

Auch nach 44 Tagen fühlt sich meine Shoppingdiät gut und befreiend und sehr richtig an. Das einzige, was sich heute nicht so gut anfühlt, sind ausgewachsene Kater in diversen Muskeln. Ich habe am Wochenende ein paar verdammt hartnäckige Büsche ausgegraben, weil ich einen Teil des Gartens umgestalten will. Da mein Liebster als Selbstständiger zur Zeit wirklich selbst und ständig arbeitet, habe ich mich heroisch an diese eher männliche Aufgabe gemacht. Auch wenn es jetzt ein wenig zwickt und zwackt: Der Stolz, es geschafft zu haben, überwiegt die temporären körperlichen Nachwehen dieser sportlichen DIY-Aktion.

Aber zurück zur Shopping-Diät: Ich frage mich, warum ich diesen Schritt nicht schon einige Jahre bzw. viele Tausend Euro früher gemacht habe.

Die sich mit den neuen Winterkollektionen füllenden Geschäfte stellen (noch?) kein Problem dar. Ich konzentriere mich darauf, den Restsommer zu genießen und versuche, wenigstens den größten Teil meiner Sommersachen zumindest einmal anzuziehen. Das ist Herausforderung genug.

Also alles wie immer?
Nein. Es tut sich trotzdem etwas.

Mir fällt auf, dass ich die Sachen in meinem Schrank mit anderen Augen betrachte. Mit wesentlich mehr Wertschätzung. Da ich nicht mehr permanent mit dem beschäftigt bin, was ich gern hätte, kann ich mich an dem freuen, was ich habe. Oder es überhaupt erst einmal wieder richtig wahrnehmen.

Und ich beginne, einiges nicht mehr so normal zu finden, was für mich früher normal war. Zum Beispiel, ständig neue Klamotten zu kaufen. Einfach so. Als Mittagpausen-Beschäftigung. Unsummen für Klamotten auszugeben, die ich gar nicht brauche. Die mir nie gefehlt haben. Wenn mir etwas fehlt, dann ist es Zeit. Aber ganz sicher keine Kleidungsstücke.

Außerdem sind meine ehemals regen ebay-Verkaufsaktivitäten total zum Erliegen gekommen. Im Keller stapeln sich schon die leeren Kartons, die ich immer vorsorglich für den Versand sammle. Und der Mann in der Poststation wundert sich sicher schon. Die ebay-Abstinenz hat natürlich auch etwas mit meinem hundertmal verschobenen Urlaub zu tun. Ich kann ja nichts einstellen und mich dann nicht drum kümmern.

Aber seitdem nicht mehr ständig etwas Neues reinkommt, habe ich nicht mehr das dringende Bedürfnis, etwas „Altes“ loszuwerden. Sicher, ich habe schon gut ausgemistet. Aber ein paar Kandidaten gäbe es schon noch. Die haben halt jetzt eine Schonfrist. Und ich führe zumindest niemand anderes in Versuchung.

So eine Shopping-Auszeit schafft eine wunderbare Distanz zum üblichen Wahnsinn und klärt den Geist. Schon allein deshalb sollte man hin und wieder eine nehmen. Es muss ja nicht gleich ein ganzes oder halbes Jahr sein.

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4 Antworten zu SHOPPINGDIÄT: Update #4

  1. fraudehnertsallerlei schreibt:

    Wenn ich das so lese…bin ich echt versucht, die Shoppingdiät einfach endlich umzusetzen! 😉 Ich weiß nur noch nicht, ob ich das echt schaffe…Ich werde auf jeden Fall noch mehr intensiver drüber nachdenken! 😉 Liebe Grüße!

    • konsumrebellin schreibt:

      Nicht nachdenken, tun 😉

      Ob Du es schaffst, wird Dir vorab sowieso keiner verbindlich bescheinigen können. Teste es doch einfach mal für einen Monat aus. Ganz ohne Druck. Du musst Dich ja nicht öffentlich für irre lange Zeiträume verpflichten.

      Wenn Du es als Gewinn begreifst und nicht als Verzicht, ist es wirklich machbar. Es geht ja nicht darum, nie wieder etwas Schönes zu kaufen, sondern Distanz und einen klaren Kopf zu bekommen. Und diese Wirkung setzt erstaunlich schnell ein.

      Ich schreibe diese Woche noch ein Post mit ein paar Tipps dazu …

      Liebe Grüße

      • fraudehnertsallerlei schreibt:

        Danke für die ermutigenden Worte! 🙂 Ich bin schon gespannt auf deinen Post! 🙂 Liebe Grüße

  2. nukimama schreibt:

    Das kann ich nur komplett unterschreiben – mir geht es genau gleich: ich genieße den Sommer mit meinen schönen Sachen und bin bei einigen davon total froh, dass ich sie wieder aus dem Altkleidersack gezogen habe. Nur gaaaaaaanz selten bei gaaaaanz wenigen Dingen flackert für einen Moment dieser „Haben-wollen-Reflex“ auf. Lustigerweise kann ich jetzt spontan gar nicht mehr sagen, was das für Dinge waren – müssen also sehr wichtig gewesen sein. 99,999% der Zeit fühle ich mich auch total befreit und kann es nur jedem empfehlen.

    Ich hatte mir übrigens ja ursprünglich auch kein Jahr auferlegt, sondern wollte nur bis zum Sommerurlaub (also etwa drei Monate lang) nicht mehr shoppen. Mittlerweile steht für mich völlig außer Frage, dass ich weitermache.

    Liebe Grüße

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