Shoppingdiät Update #7: Nicht wissen macht’s.

Ich bin überfällig. Und ich bin schuld.

Schuld daran, dass Frau D. am 1.9. mit einer knapp zweimonatigen Shoppingdiät begonnen hat. Überfällig bin ich mit ein paar praktischen Tipps, die ich ihr dazu versprochen habe.

Aber das ist nicht weiter schlimm. Es gibt kein großes Geheimnis und es ist auch nicht kompliziert. Um die zwei Monate erfolgreich zu absolvieren, muss man es einfach nur wollen und konsequent eine alte Volksweisheit anwenden:

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.

Das bedeutet konkret: Kein Geschäft für Kleidung, Schuhe, Accessoires betreten. Keine Online-Stores besuchen. Keine Kataloge oder Lookbooks wälzen. Und auch keine Modezeitschriften konsumieren, die nur zum Kauf irgendwelcher Sachen anfixen. Dann ist das Ganze ein Kinderspiel.

Hört sich trotzdem schwer an?

Ist es aber nicht. Ganz im Gegenteil. Es macht das Leben (bzw. die Shoppingdiät) erheblich leichter. Weil es viel einfacher ist, überhaupt nicht in ein Geschäft zu gehen als „mal zu gucken“ und sich dann im Kopf mit irgendwelchen Teilen herum zu schlagen, die sich dort festgesetzt haben. Nur so kommt man auch zu dieser herrlichen Klarheit und Ruhe, die eine  Shoppingdiät mit sich bringt. Die resultiert ja nicht nur aus dem Nicht-Kaufen, sondern vor allem aus dem Nicht-an-Shopping-Denken.

Wozu auch Zeit in Geschäften oder in Online-Shops verschwenden, wenn man sowieso nichts kaufen darf bzw. will? Was den stationären Handel betrifft, ist das für mich auch eine Frage des Respekts gegenüber den Verkäuferinnen.

Man gewöhnt sich übrigens sehr schnell ans Nicht-Schauen, Nicht-Wissen, Nicht-Wollen.

Auch in einem schwierigen Umfeld. Wie meinem zum Beispiel. Mein Büro liegt in der Kölner Innenstadt und wenn ich in der Mittagspause drei Schritte gehe, lande ich im Shopping-Bermudaviereck zwischen Ehrenstraße, Pfeilstraße, Mittelstraße und Neumarkt. Ich komme zwangsläufig an jeder Menge schicker Schaufenster vorbei. Aber man muss ja nicht so genau hinschauen.

Gottseidank bin ich ziemlich speziell und habe eigentlich nur eine große Schwäche: Claire Campbell. Und um dieses eine Schaufenster der Boutique entrée in der Kölner Pfeilstraße, in dem die neue HIGH Kollektion präsentiert wird, mache ich tatsächlich einen Riesenbogen. Ich will’s gar nicht wissen, womit sie diesen Winter lockt. Seien Sie mir nicht böse, liebe Alicia Strippel. Ich werde Ihnen im Januar alles erklären. (Aber trotzdem nie wieder so eine gute Kundin werden wie früher. Hoffe ich jedenfalls.)

Aber das ist mein Problem, nicht Eures. Ich werde es durch konsequente Anwendung der alten Volksweisheit lösen. Und mit Hilfe der berühmten Excel-Tabelle. Die mir klar und deutlich sagt, dass ich viele meiner HIGH Use Teile bisher auch nicht soooo häufig getragen habe. Na also.

Natürlich hilft es, wenn man eine starke Motivation für seine Shoppingdiät hat. Zum Beispiel durch ein wenig Erbsenzählerei und grundsätzliche Überzeugungen zum Glückspotenzial von Konsum.

Aber für zwei Monate reicht Nicht-Wissen völlig aus. Und möglicherweise ein schlauer Umgang mit dieser Elefanten-Geschichte. Aber mehr dazu im nächsten Post.

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6 Antworten zu Shoppingdiät Update #7: Nicht wissen macht’s.

  1. fraudehnertsallerlei schreibt:

    Elefanten-Geschichte!? 😀
    Aber sehr lieb, dass du an mich gedacht hast! Tag drei der Shoppingdiät ist fast rum und es läuft (noch) gut! 🙂 Der Tipp des Nicht-Wissens ist gut, an so etwas simples hätte ich gar nicht mehr gedacht! Zumal ich auch mitten in einer Einkaufsstraße wohne…
    Ich erwarte freudigst deinen nächsten Post! 🙂

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