Ein Award und zehn Geständnisse

Auf die Auflösung des Elefanten-Rätsels müsst Ihr leider noch ein bisschen warten. Leider ist hier allerdings nicht das richtige Wort. Denn der Grund ist sehr erfreulich. Nunu hat mir den One-Lovely-Blog-Award verliehen.

Das freut mich unglaublich. Und ich fühle mich echt geehrt. Aber wie das Leben so spielt, hat alles seine zwei Seiten. Wer den Award bekommt, muss zehn Eigenheiten von sich preisgeben. Vielleicht ist Nunu ja auch nur neugierig 😉

Et voilà:

1. Ich bin eine Eule. Biorhythmisch gesehen. Frühes Aufstehen gehört für mich zu den großen Zumutungen des Lebens. Morgens bin ich eher ungenießbar und möchte bitte nicht angesprochen werden. Im Laufe des Tages werde ich dann zu einem umgänglichen, kommunikativen Menschen und am Abend bin ich so richtig wach. Was dazu führt, dass ich zu spät ins Bett gehe und morgens wieder ungenießbar bin.

2. Ich bin verrückt nach dunkler Schokolade in allen Variationen. Das Größte sind für mich diese lauwarmen Schokoladenkuchen mit weichem Kern. 100% Criollo Schokolade von Pralus. Und Trüffel aus dem Piemont, vor allem Lamorresi und Perla di Torino. Gut, ich höre ja schon auf.

3. Ich liebe Jack Russell Terrier, aber habe leider keine Zeit für so ein pfiffiges Aufziehtierchen. Mein Liebster, der zuhause arbeitet und den Jack als Bürohund einstellen könnte, teilt diese Begeisterung leider nicht. Er hat akute Beziehungsprobleme mit kleinen pelzigen Tieren. Und mit großen erst recht. Aber später, wenn ich groß bin, werde ich einen Jack haben. Vorerst tröste ich mich damit, in jedes Layout, das halbwegs passt, ein Jack Russell-Foto einzuschmuggeln. Hier zum Beispiel.

4. Katzen mochte ich auch mal wahnsinnig gern. Inzwischen hat sich die Beziehung etwas abgekühlt. Schuld daran ist Herr Direktor, seines Zeichens Kater (und Direktor) meiner Eltern. Das eigensinnigste Katzentier, das ich je erlebt habe. Und die erste Katze, die nicht auf mich steht. Wahrscheinlich ist er eifersüchtig. Und wahrscheinlich habe ich deshalb ganz psychosomatisch eine Katzenallergie entwickelt.

5. Obwohl ich ehrlich fasziniert von den Ideen des Minimalismus bin, werde ich wohl nie ein echter Minimalist werden. Das steht mir immer der Schöngeist im Wege. Mit „wenig“ könnte ich mich ja noch anfreunden. Aber wenn schon wenig, dann wenigstens besonders schön. Und so ganz puristisch mag ich es dann auch nicht. Über mein Faible für Dekoration etc. lasse ich mich hier jetzt nicht aus. Ich arbeite ja dran.

6. Ich bin ziemlich besessen von allem, was mit Essen und Trinken zu tun hat. Zum Glück sieht man es mir nicht an. Am wenigsten widerstehen kann ich ganz frischem Brot mit Sauerrahmbutter und Meersalz.

7. Ich kann wie gewisse liebe Mitbloggerinnen überhaupt nicht singen, tue es aber trotzdem gerne – allerdings nur mit der passenden Musik und wenn ganz sicher keiner mithört. Am liebsten singe ich mit Nico von Velvet Underground oder den Ramones, denn deren Sangeskunst ist von meiner nicht so weit entfernt. Mitsingen bei Massilia Sound System wäre zwar lustig, scheitert aber am Text. Und gegen die geniale Sinead O’ Connor zum Beispiel trete ich gar nicht erst nicht an. Wäre zu peinlich.

8. Da wir gerade von peinlich reden. Eigentlich ist mir nichts so schnell peinlich. Aber Anfang der 90er hatte ich mehrere ziemliche schrille Bekleidungsstile, deren fotografische Zeugnisse dringend mal aus den Archiven getilgt gehören.

9. Wenn mir eine gute Fee einen Wunsch gewähren würde, wäre ich gern eine erfolgreiche Autorin. Würde mit Mann und Jack in einem schönen Bauernhaus mit riesigem Garten leben. Einen betagten Land Rover Defender fahren. Hätte jede Menge Zeit, unsere zahlreichen Freunde einzuladen und zu bekochen. Und Sport zu treiben, meinen Gemüsegarten zu pflegen, zu malen … Puh, was für ein Klischee? Ich würd es mir aber trotzdem wünschen.

10. Ich habe schon seit mindestens dreißig Jahren das Gefühl, dass das richtige Leben erst noch beginnt. Wenn mal groß bin. Genug Geld habe. Mehr Zeit habe. Dummerweise bin ich schon über vierzig. Und die Fee hat auch noch keinen Termin vereinbart. Werde mich selbst drum kümmern müssen, so zu leben, wie ich will. Jetzt.

So, war doch gar nicht so schwierig. Und obwohl mir anfangs nichts einfallen wollte, ist der Post über meine Eigenheiten der längste geworden, den ich bisher geschrieben habe. Ich hoffe, das deuten mir die Psychologen unter Euch nicht als Egomanie.

Eine weitere Auflage des Awards ist, drei weitere Blogs zu nominieren. Und da sitze ich jetzt ein wenig in der Klemme. Meine drei Favoritinnen Nukimama, Nunu und Katrin haben ihn nämlich schon. Alle weiteren Blogs, die ich wirklich schon lange regelmäßig lese, sind englisch.

Gäbe es einen Punkt 11 in meiner Liste, müsste der heißen: Ich liebe Bücher. Deshalb verleihe ich meinen ersten Award an juneautumn, die sich die monumentale Aufgabe gestellt hat, eine Liste mit 1001 Büchern der Weltliteratur abzuarbeiten. Oder besser: zu lesen und dann eine Rezension darüber zu schreiben. Die Bloginhalte werden ihr also in den nächsten zehn Jahren ganz bestimmt nicht ausgehen.

Die beiden anderen Awards hebe ich auf, bis ich geeignete Empfänger finde.

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2 Antworten zu Ein Award und zehn Geständnisse

  1. Sabine schreibt:

    Hallo konsumrebellin .. ich bin gestern durch Zufall auf Deinen Blog gestoßen und lese ihn nun mit viel Vergnügen von hinten bis vorne durch … Deine Art zu schreiben und Deine Themen sprechen mich sehr an ..

    z.B der Satz: „Und die Fee hat auch noch keinen Termin vereinbart. Werde mich selbst drum kümmern müssen, so zu leben, wie ich will. Jetzt.“ ist einfach schön geschrieben und sagt soo viel aus.

    Danke! You made my day …

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