Shoppingdiät Update #8: Elefanten

Ihr wollt nicht mehr so viel kaufen. Das ist doch ein gutes Ziel, oder?

Tut mir leid, aber das ist ein absolut unbrauchbares Ziel. Zumindest für Euer Gehirn, das in diesem Spiel ja nicht ganz unwichtig ist. Es kann mit diesem Ziel rein gar nichts anfangen. Ganz im Gegenteil. Es wird sich nur noch mehr mit dem Thema Kaufen beschäftigen.

Wieso? Weil das Gehirn mit Bildern arbeitet. Ein Nicht-Bild gibt es nicht. Das klassische Beispiel zur Demonstration dieses Prinzips ist die Aufforderung:

Denkt jetzt nicht an den rosa Elefanten!

Und, welches Rüsseltier erscheint sofort vor Eurem geistigen Auge? Warum das im Detail so ist, können andere bessere erklären als ich. Es reicht aber völlig, zu wissen, dass es so ist. Und dieses Prinzip zu berücksichtigen, wenn man sich Ziele setzt. Sonst seid Ihr von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Nicht mehr (so viel) shoppen zu wollen ist durchaus eine erstrebenswerte Sache. Aber Ihr verpackt sie besser in ein greifbares, positives Ziel. Zum Beispiel in einem bestimmten Zeitraum eine gewisse Summe zu sparen. So eine konkrete Zahl ist ein schöner Motivator, auch für Euer Gehirn. Noch besser ist es, wenn Ihr wisst, wofür Ihr spart.

Auch eine Shoppingdiät ist so ein konstruktives Ziel. Ein Lifestyle-Experiment. Ein Projekt, das man natürlich durchziehen will. Das Nicht-Kaufen selbst tritt dabei schnell in den Hintergrund. Sobald man die ersten positiven Auswirkungen spürt und eine Distanz zum ganz normalen Shoppingwahn entwickelt, schrumpft der ursprüngliche rosa Elefant „Shopping“ von ganz allein auf Mausgröße zusammen.

Aber natürlich ist das nicht immer alles so easy.

Ganz besonders am Anfang. Wenn Kleider-Shopping viel Raum in Eurem Leben eingenommen hat, kann durchaus ein Vakuum entstehen. Und wenn Ihr das nicht füllt, wird Euer bequemes, an Gewohnheiten hängendes Unterbewusstsein schnell wieder den rosa Elefanten ins Spiel bringen. Denn sowohl Sparen als auch eine Shoppingdiät an sich sind ja nun keine Dinge, die den Tag mit anregenden Aktivitäten füllen.

Was dagegen hilft? Grüne Elefanten!

Wo sie sich tummeln, ist für den großen dicken rosa Shoppingelefanten kein Platz. Grüne Elefanten – das kann alles Mögliche sein, was Euch gut tut. Euch interessiert. Was Ihr vielleicht schon immer mal ausprobieren wolltet. Sport, Hobbies, Kunst, DYI-Projekte …

Wie es aussieht, kommen die grünen Elefanten ganz von selbst, wenn endlich Raum für sie ist. Ich habe das an mir beobachtet und auch meinen Mitbloggerinnen scheint es ähnlich zu gehen. Sobald man nicht mehr ständig mit Shopping befasst ist, tauchen sehr schnell andere Dinge auf.

Mausflaus hat die Vermutung geäußert, dass Bloggen mein neues Shopping ist. Da hat sie wohl nicht ganz unrecht. Zumindest ist es ein dicker grüner Elefant. Ich wollte schon immer gerne schreiben, aber natürlich nicht für die Schublade. Den letzten Tritt in den Hintern hat mir Pamela Slim mit ihrem Buch „Escape from Cubicle Nation“ gegeben: Wenn Du schreiben willst, tu’s einfach. Gehe zu WordPress, starte Deinen Blog. Sieh, was passiert.

Und hier bin ich. Das Schöne ist: Was ich schreibe, wird gelesen – und es hilft mir bei meiner Shoppingdiät. Außerdem kommt es viel, viel billiger als Kleider-Shoppen 😉

Aber eines muss ich zugeben: Auch Blogging hat ein gewisses Suchtpotenzial. Deshalb bin ich Nicole Stich sehr dankbar, die in Ihren Fooodblog delicious days auch ein paar gute Tipps für angehende Blogger parat hat. Einer ist mir besonders im Gedächtnis geblieben:

Have a life!

Anfangs habe ich ihn nicht wirklich verstanden. Aber nach ein paar Wochen Blogging schon.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Bücher, Downscaling, Konsum-Rebellisches, Shoppingdiät + Konsumverzicht abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu Shoppingdiät Update #8: Elefanten

  1. fraudehnertsallerlei schreibt:

    Aaaah, das hat es also mit den Elefanten auf sich! 🙂 Hätt ich auch drauf kommen können! Ja, an den grünen Elefanten ist etwas wahres dran. Mein grüner Elefant ist: endlich die Zeit zu haben, meine Photos schick zu bearbeiten. Wenn ich sonst immer los gegangen bin und geshoppt habe, wenn ich Langeweile hatte, hab ich mir gestern schön Zeit genommen, endlich ein neues Photo-Bearbeitungsprogramm auszuprobieren und mich an die Fotos von unserem Zoo-Besuch zu machen. Über die ersten Ergebnisse hab ich mich sehr gefreut. 🙂

    • konsumrebellin schreibt:

      Sag ich doch: Shoppingdiät tut gut 🙂

      Ich habe leider mehr grüne Elefanten als Zeit. Deshalb stapeln sich auf meiner Festplatte die Fotos der letzten Jahre – noch immer nicht ausgesiebt, nicht ausgedruckt und von Bildbearbeitung ganz zu schweigen 😉

  2. Mausflaus schreibt:

    und das tolle an dem rat „have a life“ ist, dass man dann auch viel besser bloggen kann, weil man spannende sachen erlebt anstatt nur vor der tastatur zu hocken ^^

  3. Pingback: Shoppingdiät Update #9: Ersatzdrogen? | KonsumRebellion

  4. Pingback: Herbstliche Crumbles | KonsumRebellion

  5. Pingback: Ran an den Speck! | KonsumRebellion

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s