Weniger ist neu.

Es geht nicht mehr. Meine schnupfende Nase und ein leichtes Kratzen im Hals sagen überdeutlich: Mädchen, lass den Quatsch. Die Zeit von Ballerinas & Co. zu nackten Füßen ist jetzt wirklich vorbei. Also trage ich heute zum ersten Mal nach dem Sommer wieder Stiefel. Meine geliebten flachen, taupefarbenen Schnürstiefel. Und diese Stiefel gehören ganz sicher nicht in die Kategorie der Dinge, um die es im Folgenden geht.

Ich hatte es in meinem vorletzten Post angedeutet: Es gibt noch einen Weg, den Kick und die frische Energie des Neuen zu genießen, ohne etwas zu kaufen. Man kann eine neue Qualität seiner Garderobe auch durch Weglassen erreichen statt durch Hinzufügen. Gerade bei einem übervollen Kleiderschrank ist das eindeutig der Königsweg.

Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann“
(Antoine de Saint-Exupéry)

Ihr profitiert dabei nicht nur von dem guten Gefühl, das sich beim Öffnen eines luftigen und übersichtlichen Kleiderschranks einstellt. Es geht hier auch wieder um Energie. Zum Beispiel um die Energie, die ungetragene, ungeliebte Kleidung Euch entzieht. Einfach nur, indem sie da ist und klammheimlich Euer Gewissen belastet. Vom Platz, den sie wegnimmt, mal ganz zu schweigen.

Also: Ausmisten, Decluttern, Vereinfachen.

Das ist ja eine nette Idee. Aber dabei kommen viele Fragen auf: Wie viel und vor allem was soll ich denn ausmisten? Kann ich Dinge einfach so weggeben, für die ich mal viel Geld bezahlt habe? Und ist diese ganze Wegwerferei nicht dekadent und unökologisch?

Fragen über Fragen. Und jede mindestens einen Post wert.

Also starten wir mit Frage Nummer 1:
WIE VIEL ausmisten?

Es gibt Leute, die stellen sich das Ziel: nicht mehr als fünf Hosen pro Saison. Hardcore-Declutterer wie die Bloggerin Minimalist Mom sind erst zufrieden, wenn nur noch zwei Paar Jeans im Schrank hängen.

Ich selbst halte beim Decluttern nicht allzu viel von Zahlenzielen. Warum soll ich Dinge abschaffen, die ich gerne anziehe – nur weil ich zwei Paar Stiefel über dem „Soll“ bin? Aus meiner Sicht ist ein qualitatives Ziel viel besser: nur noch Lieblingsteile im Schrank haben. Teile, die gut zu mir und meinem Leben passen und die ich gern anziehe. Sonst nichts. Damit ist schon für reichlich Ausmist-Potenzial gesorgt.

So weit so gut. Aber das führt uns zur nächsten Frage:

WAS soll ich denn konkret rauswerfen?
Wie finde ich die Teile, auf die ich besser verzichte?

Der allererste Schritt ist so trivial, dass er sogar noch in diesem Post Platz hat:

Zunächst fliegt alles raus, was klar hinüber ist: Irreparabel kaputt. Oder nicht mehr mit vernünftigem Aufwand zu reparieren. Verwaschen. Verfärbt. Ausgeblichen. Mit Pilling übersät. Vom Hund zerbissen. Mit Johannisbeersaft bekleckert. Also alles, was Ihr nicht mehr tragen und ganz sicher auch niemand anders zumuten könnt. Das ist ein klarer Fall für die Tonne oder die Putzlappenkiste. Einfach und schnell zu erledigen.

Danach wird es komplizierter. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Aber es gibt Wege durch den Entscheidungsdschungel. Dazu mehr in den nächsten Posts.

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3 Antworten zu Weniger ist neu.

  1. Nessy schreibt:

    Vielleicht hilft es ja als Raussortiermotivation, wenn man sich Gedanken übers Upcycling macht? Alte Kleiderungsstücke liefern dann eine ganze Menge Stoff für neues.

    Fehlt nur noch gute Idee und eine Nähmaschine und schon hat man was neues 🙂

    Ich werde mich demnächst auch mal über die vielen Sommershirts hermachen und die aussortieren, die man sowieso nicht auf Arbeit anziehen kann und sonst die Zeit einfach nicht für 20 von der Sorte reicht.

    • konsumrebellin schreibt:

      Die beste Motivation zum Aussortieren ist für mich, weniger Stress und bessere Übersicht zu haben.

      Upcycling ist an sich eine super Sache. Habe ich auch schon gemacht. Aber vorerst ist mein Ziel Reduktion. Wenn beim Upcyceln was Tolles rauskommt, habe ich ja schon wieder ein Stück mehr im Schrank 😉

      Habe auch gerade den ersten Schwung Sommersachen weggeräumt und war echt traurig, weil ich so vieles wieder kaum getragen habe. Nicht weil es mir nicht gefällt. Einiges ist halt einfach nicht „drangekommen“. Aber vielleicht war auch der Sommer schlicht zu kurz 😉

  2. Pingback: Haufenweise Durchblick bekommen. | KonsumRebellion

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