Shoppingdiät Update #15: Intuition und Versuchung

Glaubt Ihr an den sechsten Sinn?

Ich glaube dran. Zumindest heute. Und in diesem speziellen Fall könnte ich gut drauf verzichten.

Schuld an meiner ersten ernsthaften Versuchung ist nämlich kein Besuch in einer Boutique, kein Newsletter, kein Stöbern in Online-Stores, kein Hochglanzmagazin … sondern Intuition.

Als ich gestern Abend überlegte, was ich heute anziehen könnte, fiel meine Wahl auf das Kleid „Posey“ von HIGH plus ein hellgraues Bolerojäckchen von Marc Cain.

Das Bild habe ich bei HOT SELECTION ausgeborgt, da ich mein eigenes (identisches) Kleid so schnell nicht fotografiert bekommen habe.

Und wie aus dem Nichts tauchte plötzlich, aber heftig der Gedanke an die HIGH Lederjacke „Truant“ auf, die im Winter eine perfekte Ergänzung zu Posey wäre. Diese wirklich geniale Jacke aus butterweichem Leder hatte ich letzten Herbst mal anprobiert, aber nicht direkt gekauft, weil sie mir zu teuer war. Und sich schon eine Reihe Lederjacken in meinem Schrank tummelten. Als ich dann doch zuschlagen wollte, war sie ausverkauft.

Anfang 2012 wurde die Jacke bei ebay angeboten. Immer noch teuer, aber natürlich moderater als im Laden. Dummerweise hatte ich gerade eine Einkaufsrallye hinter mir (ja, das verflixte erste Quartal), bei der gerade eine weitere Lederjacke in meinem Schrank gelandet war. In dieser Situation dachte ich mir: „Du bist wahnsinnig, wenn Du jetzt noch eine Lederjacke kaufst.“ Ich habe mich bis zur letzten Minute der Auktion gequält – und dann doch nicht geboten.

Ach ja: Auf die andere neue Jacke hätte ich zu diesem Zeitpunkt schon wieder locker verzichten können. Für die Rückgabe war es aber zu spät.

So weit. So gut. Der letzte Winter ist lang her. Die Jacke superselten und ausverkauft. Also, wo liegt das Problem?

Das Problem liegt darin, dass ich nicht nur heute früh wieder an die Jacke denken musste, sondern auch noch eine Mail von ebay in meinem Posteingang hatte. Wegen einer anderen Sache, aber deshalb musste ich nach Monaten der Abstinenz mal wieder auf die ebay-Seite.

Und dann packte mich die Neugier.

War es der sogenannte sechste Sinn, der mich gerade jetzt so intensiv an die Jacke denken ließ? Ich konnte nicht anders und musste es einfach mal testen.

Und tatsächlich: Es läuft gerade eine Auktion mit der Jacke in der richtigen Größe. Heiliger Strohsack. Das war jetzt wirklich sehr blöd. Wo ich doch immer predige „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“. Völlig zu recht. Denn was ich weiß, kann mich ziemlich heiß machen.

Aber klar. Ich werde standhaft bleiben und nicht versuchen, das Stück zu ersteigern. Durch das Schreiben dieses Posts habe ich auch schon ein wenig Distanz gewonnen.

Und gesunde Distanz zum Luxusgut ist goldrichtig. Man muss dem Luxus nicht komplett entsagen, aber auch mal ohne auskommen. Vor allem, wenn der Erwerb eines Luxusguts auf irgendeine Weise weh tun würde. Habe ich gestern bei Hodgkinson gelesen. Woher wusste der Mann bloß, dass ich diese Weisheiten gerade heute dringend brauche?

Jedenfalls blicke ich der nächsten Versuchung, die am Wochenende auf mich zukommt, jetzt entspannter entgegen. Wir fahren mit Freunden zu einer Weinfahrt nach Tübingen und sie haben schon angekündigt, unbedingt ins BOSS Outlet nach Metzingen zu wollen. Aber was ist schon BOSS gegen HIGH? Alles kalter Kaffee. Ha!

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5 Antworten zu Shoppingdiät Update #15: Intuition und Versuchung

  1. Annemarie schreibt:

    Gestern war mein Warenkorb bei amazon mit sage und schreibe 110,- € nur mit DVDs gefüllt, weil ich mir ja sonst Nichts gönne … Gott sei Dank bin ich dann wieder auf eine Homepage gestoßen, die sich mit Minimalisums (go small, think big&be happy) beschäftigt – und schon war er wieder leer, der Warenkorb. Aber ist schon manchmal schwer ….

    • konsumrebellin schreibt:

      … tja, der Konsum lässt einen nicht so schnell los und manchmal haben es die „Ersatzdrogen“ auch in sich. Aber wenn man erst einmal so etwas wie die Shoppingdiät durchzieht, bekommt man den Rest auch in den Griff – und ein bisschen Spaß darf auch sein ;-). Die Rowdykitten-Seite von Tammy Strobel habe ich auch schon länger auf meiner Liste. Wobei es für mich kaum vorstellbar wäre, so minimalistisch zu leben wie Tammy. Aber eine gute Inspirationsquelle ist es allemal …

  2. Annemarie schreibt:

    Ich bin immer ganz schockiert, in welchen Trance-Zustand ich dann kippe, wenn ich durchs Net „düse“ und Warenkörbe fülle, mit Sachen, die ich nicht brauche, die meinen Ist-Zustand nicht verbessern. Und Seiten wie rowdykitten oder becoming a minimalist und viele andere, helfen mir schon gewaltig, mich aus diesem Zustand wieder herauszuholen und nicht zu bestellen. Ich habe mir ausgerechnet, was ich, bevor ich mit der Shoppingdiät begonnen habe, alleine heuer für Kleidung, Taschen, etc. ausgegeben habe und ja, ich muss gestehen, ich könnte weinen. Übrigens – der Neid könnte mich fressen, du hast Größe 36? Hut ab! Wäre über Größe 38 superhappy!

    • konsumrebellin schreibt:

      Sorry, für die späte Antwort, aber ich war über ein verlängertes Wochenende unterwegs und ganz und gar internetlos 😉
      Ich kann Deine Erfahrungen gut nachvollziehen – das Ganze ist halt ein Prozess, der nicht von heute auf morgen vollendet ist. Aber je länger man sich mit Shoppingdiät und diesen Minimalismus- bzw. Konsumverzichtsgedanken (und dem warum dahinter) beschäftigt, desto einfacher wird das Nicht-Kaufen. Auch klar, dass es immer mal wieder Aussetzer gibt. Aber die Hauptsache ist, das man unterm Strich Fortschritte macht.
      … und was die Kleidergröße angeht – warum sich an Zahlen aufhängen? Ich habe eine Freundin, die jetzt nach zwei Kindern locker Größe 40+ hat und schon auf Grund ihrer positiven Energie und Ausstrahlung wahnsinnig attraktiv ist. Sie hatte nie Größe 36 und hat trotzdem Hauptrollen in Musicals bekommen – also, wenn sogar in dem Business Ausstrahlung Konfektionsgröße schlagen kann, dann doch erst recht im „normalen“ Leben 😉

      • Annemarie schreibt:

        Gar kein Problem – du hast ja geschrieben, dass du mit Freunden unterwegs bist – nur keinen Stress! Und … ich hätte viel lieber Größe 38 und würde viel lieber über den Charme, den auch Größen 40+ ausstrahlen können, schreiben 😉 als umgekehrt.

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