Schuldenfallen

Heute ist mir ein schöner Artikel zu Schuldenfallen im Alltag über den Weg gelaufen, der mein Post zur Schadensbegrenzung wunderbar ergänzt.

Beim Lesen des Artikels  ist mir nämlich aufgefallen, dass ich viele der dort genannten Dinge schlicht geschlabbert habe, weil sie für mich so selbstverständlich sind. Und ich sie schon lange (oder schon immer) umsetze.

Meinen Handyvertrag habe ich schon vor zwei Jahren gekündigt und auf PrePaid umgestellt. Ich nutze das Handy nur zum Telefonieren (und auch nur, wenn es wirklich sein muss), gelegentlich zum Fotografieren und zum Musik hören. Da ich so selten Geld nachlade, habe ich im Moment keinen genauen Überblick über die Kosten – ich schätze mal, insgesamt so 30 bis 40 EUR im Jahr.

Internet, Bilder versenden, lange Telefonate etc. mache ich vom Rechner bzw. Festnetz. Da haben wir eine Flatrate und es ist egal, wieviele Megabytes ich da durch Gegend schaufele.

Ein Auto leasen würde für mich nie in Frage kommen. Entweder ich kann das Ding (selbstverständlich gebraucht, denn Neuwagen sind die größe Geldvernichtung überhaupt) cash bezahlen oder ich lasse es. Meine Eitelkeit und meine Designansprüche lebe ich lieber in anderen Bereichen aus.

Auch Ratenkäufe und Konsumkredite waren und sind für mich tabu. Das Buy Now, Pay Later Prinzip ist eine üble Sache. Man zahlt viel mehr und man zahlt immer noch, wenn die Freude an der gekauften Sache schon längst vorbei ist. Man schiebt immer einen Berg vor sich her. Da man die ganze Zeit abbezahlt, kommt man nicht zum Sparen. Und wenn die nächste größere Anschaffung ansteht, geht der ganze Zirkus wieder von vorn los.

Ich halte Schulden grundsätzlich für Teufelszeug – ob sie nun Leasing, Ratenkauf oder Kredit heißen. Schulden machen einen zum Sklaven. Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Situation hat man davon möglichst wenig oder nix an der Backe.

Aber ich will dem Artikel nicht vorgreifen. Zumindest wird mir gerade die erfreuliche Tatsache bewusst, dass ich trotz aller Shopperei nicht rundum blöd war. Das ist doch schon mal was.

In diesem Sinne: Ein schönes Wochenende Euch allen. Ich werde meines diesmal definitiv wirklich Wein trinkend im Rheingau verbringen und in meinen Geburtstag hineinfeiern. Wenn man wieder mal ein Jahr älter wird, geht zur Feier des Tages doch nix über einen schönen mineralischen Rheingau-Riesling.

Ich halte es mit Liv Ullmann, die folgenden schönen Spruch gemacht hat:

„Ich verstehe nicht, warum so viele Frauen darunter leiden, daß sie schon wieder ein Jahr älter geworden sind. NICHT mehr ein Jahr älter zu werden, das wäre eine Katastrophe.“

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Downscaling, Konsum-Rebellisches, Shoppingdiät + Konsumverzicht abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Schuldenfallen

  1. fraudehnertsallerlei schreibt:

    Ja, Schulden sind übel. Aber es gibt ja leider auch Schulden, die (für die Mehrheit) kaum vermeidbar sind. Ich denke da zum Beispiel an die Schulden, die zusammen kommen, wenn man studiert. Mein Mann und ich können uns unser Studium nur mit Hilfe von Bafög finanzieren, dabei kommt für einen von uns auch noch ein Studienkredit dazu, weil das Bafög kurzfristig weggefallen ist. Wenn man darüber nachdenkt, was für Unsummen im Laufe des Studiums dabei zusammen kommen, kann einem schlecht werden. Aber komplett ohne geht es auch nicht, denn so viel können wir beide gar nicht nebenher arbeiten, um ohne Bafög etc. auszukommen…

    • konsumrebellin schreibt:

      Das ist in der Tat ein Problem. Vor allem, wenn man bedenkt, dass ein akademischer Abschluss heute längst nicht mehr unbedingt ein gutes Gehalt bedeutet. Ich kenne Architekturbüros, die Absolventen mit einem sogenannten „Gehalt“ von 1000 EUR (Brutto) abspeisen. Da drängt sich die Frage auf, ob sich Studieren überhaupt lohnt. Finanziell wahrscheinlich eher nicht. Aber ich würde es trotzdem wieder machen.
      Umso wichtiger, dass man die Finanzen, die man beeinflussen kann, im Griff hat.
      Liebe Grüße 🙂

  2. Nessy schreibt:

    Zum Thema Konsumwahn der einem ja auch viel kostet gabs gestern bei Quarks und Co nen netten Beitrag.

    Es ging vorallem um Produktzyklen, die immer kürzer werden, was zum einen der Qualität schadet und zum anderen immer wieder das Bedürfnis zu wecken scheint ‚hey, das ist neu, das muss ich haben‘. Muss ehrlich sagen, ich versteh nicht wieso sich Leute für hyperteure Telefone anstellen, die dann auch noch mehr können müssen als telefonieren und simples texten.

    Man bezahlt nen Haufen Geld für Sachen, die in einem Jahr eh schon wieder ‚veraltet‘ sind und dann hängt man bei Telefonen zb in so langen Verträgen drin, die man eh nicht braucht. 😦

    • konsumrebellin schreibt:

      Sorry für die späte Antwort, aber’s war stressig in den letzten Tagen 😉
      Die Verkürzung der Produktzyklen nervt mich auch maßlos: Erstens habe ich keine Lust, mich alle zwei Monate mit dem Nachfolger meines Handys, meiner Kamera oder sonstwas auseinanderzusetzen. Zweitens wär’s mir lieber, die Sachen wären wirklich ausgereift und würden lange halten – was sie wegen der kurzen Produktzyklen meistens nicht tun.

      Und die Smartphones sind eh eine echte Pest, die seltsame Verhaltensweisen auslöst. Mir fällt immer öfter in Kneipen und Cafés auf, dass die Leute nicht nur als erstes ihr Smartphone auf den Tisch knallen, sondern dann auch noch permanent daran herumspielen, statt sich mit den Leuten zu unterhalten, mit denen sie sich getroffen haben. Das kann ich mir nur mit der Angst erklären, etwas zu verpassen, während man hier mit seinen Freundinnen oder Kumpels am Tisch sitzt. Auf mich wirkt das echt pathologisch.

      • Nessy schreibt:

        Ja, da geht wirklich die Kunst verloren sich „live und in Farbe“ mit seinen Freunden und der Familie zu unterhalten. Schade. Man verpasst dann so viel echtes, wenn man sich nur noch von der Technik berieseln lässt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s