Manchmal ist (eins) mehr doch mehr.

Eigentlich wollte ich den Anspruch „Weniger ist mehr“ in diesem Jahr auch auf mein Bücherregal anwenden. Und zum Beispiel nicht noch mehr Bücher zum Thema „Weniger ist mehr“ kaufen.

Aber dann hat mich eine massiv beeindruckte Nunu sehr neugierig gemacht. Auf das Buch mit dem schönen Titel – ha! – „Weniger ist mehr. Zurück zum eigenen Maß“ von Catharina Aanderud. Am Freitag bin ich schwach geworden und habe es bestellt. Und ausnahmsweise hat  sich das Schwachwerden als absolut richtig erwiesen.

Das Buch ist wirklich der Hammer.

Gut, ich bin erst auf Seite 55. Vielleicht erscheint das etwas früh für eine Kaufempfehlung. Aber egal, was noch kommt: Der Kauf lohnt sich schon für diese ersten 55 Seiten. Was dort steht, sollte jeder gelesen haben, der auch nur das leise Gefühl hat, dass maßloser Konsum irgendwie doch nicht so klasse ist.

Um keine falschen Vorstellungen zu wecken: Wer sich schon intensiver mit konsumkritischen Texten auseinandergesetzt hat, wird (zumindest auf den ersten 55 Seiten) nichts substanziell Neues finden. Irgendwo habe ich das meiste schon mal gelesen – allerdings verteilt auf unzählige Bücher, Artikel, Essays, Blogposts etc. Und genau da liegt die Stärke des Buches: Catharina Aanderud bringt das alles so prägnant und fundiert auf den Punkt wie bisher kein anderer, den ich kenne.

Und zwar nicht nur, was die Konsumgesellschaft mit uns und aus uns macht. Sondern auch, wie das alles gekommen ist. Ich denke, nur die wenigsten Menschen wissen, dass die Konsumgesellschaft sich nicht einfach naturgegeben entwickelt hat. Sie wurde bewusst installiert, um den Status Quo zu erhalten und sicherzustellen, dass die Konsumenten jeden Driss kaufen, der vom Fließband rollt. Auch wenn sie ihn nicht brauchen. Hauptsache, das Wirtschaftsrad dreht sich, die Kasse klingelt und die Leute sind ruhig gestellt.

Klingt nach wirrer Verschwörungstheorie? Ist es aber nicht. Die Schriften von George Bernays und die ganz offiziellen Aussagen vieler Wirtschaftsbosse und Politiker kann jeder nachlesen. Leider tut es kaum jemand.

Mit dem ersten Teil des Buches kann man gut das „Big Picture“ verstehen, ohne sich erst durch Tonnen von Recherchen und Sekundärliteratur arbeiten zu müssen.

Also: klare Leseempfehlung … und danke an Nunu!

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3 Antworten zu Manchmal ist (eins) mehr doch mehr.

  1. nunette schreibt:

    Gerne! Und liebe Konsummrebellin, ich habe dir gemailt – ich komm nach Köln! Wanna meet?

    • konsumrebellin schreibt:

      I’d be pleased to meet you 😉
      Mein Mailprogramm hat deine Mails aus unerfindlichen Gründen beim automatischen Abruf der Accounts unterschlagen. Dummes Ding. Aber jetzt habe ich sie gefunden. Antwort ist schon unterwegs 🙂

  2. Pingback: Post 10.1.2013: Shoppingdiät Update #21: Die Begierde schläft. | KonsumRebellion

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