Der Seehundkiller abgespeckt.

Interessiert, aber (noch) keine Lust, euch durch das seehundbabygefährdende Buchmonster zu kämpfen?

Hier sind die wichtigsten Basics, auf einigermaßen handliche Größe eingedampft.

Bei der „Umgestaltung“ des Körpers durch Fettabbau/Muskelaufbau lässt sich an drei grundlegenden Schrauben drehen: Ernährung, Sport und Supplements.

Für eine optimal fettabbauende Ernährung schlägt Tim Ferris die „Slow Carb Diät“ mit folgenden Regeln vor:

Keine „weißen“ Nahrungsmittel. Das heißt, keine stärkehaltigen Lebensmittel wie Brot (auch Vollkornbrot!), Müsli, Reis, Kartoffeln, Pasta … und Zucker jeglicher Art sowieso nicht. Blumenkohl ist zwar auch weiß, aber nur ein weiß verkleidetes Gemüse. Also erlaubt.

Keine Milchprodukte. Als Ausnahme nennt Tim Hüttenkäse, aber ich vermute, dass auch Sauermilchkäse (Handkäse, Graukäse o.ä.) ok ist. Der enthält quasi keine Laktose, dafür aber 30% Protein. Perfekt für unsere Zwecke, aber wahrscheinlich in Amerika nicht bekannt.

Kein Obst. Hä? Nein wirklich nicht. Die süßen Früchtchen enthalten zu viel Fruktose, die den Blutzuckerspiegel nach oben treibt. Und das ist gar nicht gut für den Fettabbau.

Keine flüssigen Kalorien, d.h. keine gesüßten Getränke, keine reinen Fruchtsäfte und auch keine Schorle.

Zu jeder Mahlzeit mindestens 20 g Protein. Das ist gar nicht so viel. Hundert Gramm von quasi jedem Fleisch oder Fisch enthalten schon mehr als 20 g Protein. Oder 2 Eier. Oder 70 g leckerer Tiroler Graukäse. Oder 250 g Kidneybohnen.

Jede Menge Gemüse. Hier ist alles und viel davon erlaubt. Kartoffeln sind übrigens KEIN Gemüse.

Hülsenfrüchte als Sattmacher. Linsen, Bohnen aller Art, Kichererbsen etc. liefern zusätzliche Kalorien und übernehmen die Sattmacher-Funktion der typischen Kohlenhydrat-Lieferanten wie Brot, Pasta, Reis etc. – allerdings ohne den Blutzuckerspiegel sehr nach oben zu treiben. Ob man sie wirklich zu jeder Mahzeit braucht und wie viel, hängt stark von Eurem Hunger und Eurem Grundumsatz ab. Ich habe bei einer Größe von 170 cm und einem derzeitigen Gewicht von 60 kg einen Grundumsatz von ca. 1350 kcal. Den bekomme ich auch locker zusammen, ohne über immer und überall Böhnchen dranzukippen. Bei einem Mann mit doppelten GU sieht das sicher anders aus.

Viel trinken. Kalorienfreies wohlgemerkt. Also Wasser und ungesüßte Tees.

Kalorienzählen entfällt. Von den erlaubten Lebensmitteln könnt ihr so viel essen, wie es euch gut tut.

Ganz wichtig: Morgens immer innerhalb einer Stunde nach dem Aufstehen die erste proteinreiche Mahlzeit einnehmen. Ich persönlich pendle zwischen Eiern und Proteindrinks. Für mehr ist keine Zeit und im morgendlich-komatösen Zustand reicht mir das auch.

Alkohol in Form von Rotwein ist erlaubt. In moderaten Mengen natürlich. Leider bleibt Tim die Erklärung schuldig, warum Weißwein schlechter ist. Was ich als Riesling-Fan schade finde. Allerdings sollte man beachten, dass Alkohol den Fettabbau trotzdem eher bremst als fördert. Und Kalorien hat er natürlich auch nicht zu knapp.

Einmal wöchentlich schlemmen. Das ist doch mal was: Alle diese Regeln sind unbedingt an einem Tag in der Woche komplett zu missachten. Der Samstag bietet sich dazu schreiend an. Aber es kann natürlich auch jeder andere Tag sein. An diesem „Fresstag“ dürft ihr euch nicht nur mit allem vollstopfen, was ihr wollt. Ihr seid sogar ausdrücklich dazu verpflichtet. Ist das nicht genial?

Die Regeln sind schlicht und ergreifend. Und für jeden, der sich schon mal mit Low Carb auseinandergesetzt hat, auch nicht besonders revolutionär.

Aber trotzdem:

Ist diese Ernährung nicht ganz schön radikal und fehlt uns das gesunde Vollkornzeugs  nicht? Muss man das echt 1:1 so umsetzen? Was soll dieser Fresstag? Nimmt man ohne nicht viel schneller ab? Und was ist mit Sport?

Fragen über Fragen.

Wenn ich die hier alle beantworte, kann ich mit diesem Post zwar kein digitales Seehundbaby, dafür aber sicher manchen Leser erschlagen.

Darum geht es morgen weiter.

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2 Antworten zu Der Seehundkiller abgespeckt.

  1. Mausflaus schreibt:

    äh, kartoffeln sind aber gemüse… waren sogar gemüse des jahres 2003: http://de.wikipedia.org/wiki/Gem%C3%BCse_des_Jahres
    es gibt viel obst was auch nicht viel kalorienreicher ist als gemüse. 100g erdbeeren haben zb 35kcal. so viel haben steckrüben, rosen- oder grünkohl auch. witzig finde ich, dass wein dann aber erlaubt sein soll – der wird daoch aus trauben gemacht…
    also irgendwie kommt mir das alles etwas willkürlich vor.

    • konsumrebellin schreibt:

      Basis dieser Ernährungsempfehlungen ist die These, dass man den Blutzuckerspiegel möglichst konstant (und niedrig) hält und vor allem Blutzuckerspitzen vermeidet, da diese den Fettabbau stoppen und die Fetteinlagerung fördern.

      Deshalb sollten Kartoffeln wegen ihres hohen Stärkegehaltes auch gemieden werden (obwohl du recht hast, es sind streng genommen natürlich Gemüse – da habe ich mich nicht richtig ausgedrückt ;-)). Der gleiche Gedanke steht auch hinter dem Obstverbot: Es geht nicht um die Kalorien, sondern um die Fruktose im Obst, die den Blutzuckerspiegel hoch treibt. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen, z.B. viele Beerenfrüchte, die einen relativ niedrigen Fruktosegehalt haben. Dazu schreibe ich heute auch noch was.

      Ich habe hier ja erstmal Tim Ferris‘ Empfehlungen wiedergegeben. Und die sollen aus seiner Sicht möglichst einfach und auch für absolute Nahrungsmittelanalphabeten, von denen es ja leider genug gibt, nachvollziehbar sein. Da ist es einfacher zu sagen „gar kein Obst“, als die Leute mit großen Differenzierungen zu überfordern 😉

      Meine Bedenken, was den Wein angeht, habe ich ja schon im Post geäußert. Ich habe auch an anderen Stellen gelesen, dass speziell Wein den Blutzuckerspiegel längst nicht so hoch treibt, wie Obstsaft oder Trauben. Liegt an der Umwandlung durch die alkoholische Gärung. Aber ich denke auch: Wenn man schneller abnehmen wil, lässt man Wein unter der Woche lieber weg. Ist auch besser für die Leber 😉

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