Shoppingdiät Update #23: Erste Verluste und eine Schwarze Liste.

Es gibt erste Verluste zu beklagen an der Kleiderfront.

Gestern hat es meine graue Lieblingsröhre von Citizens of Humanity erwischt. Zum Glück habe ich den kleinen Riss am Bein rechtzeitig entdeckt. Rechtzeitig vor einem beherzten in die Knie gehen beim Druckerpapier-Wechseln, zum Beispiel.

Ein daraus folgender noch größerer Ratsch hätte mich in eine ziemlich missliche Lage gebracht. Und mich vor eine gemeine Wahl gestellt: mit kaputter Hose rumlaufen (peinlich, vor allem, wenn per Zufall ein Kunde hereinschneit, was laut Murphy vorzugsweise an solchen Tagen passiert) oder meine Shoppingdiät brechen und eine neue Hose kaufen (gar nicht gut, auch wenn man das reinen Gewissens als echten Notfall deklarieren könnte).

Na ja, so weit ist es glücklicherweise nicht gekommen. Aber ich ärgere mich trotzdem.

Denn die Hose hat seinerzeit satte 229 Euro gekostet und eigentlich war sie schon nach der ersten Wintersaison zwischen den Beinen angenuffelt. Angesichts meiner Shoppingdiät habe ich sie letzten Herbst bei meiner Schneiderin professionell reparieren lassen. Die Liebe hat ihr Bestes gegeben. Aber die Auflösung geht neben der reparierten Stelle weiter, weil der Stoff offenbar am Ende ist.

Schrott, das Ganze. Verdammt teurer Schrott.

Dabei sitzt das Teil nun weiß Gott nicht so eng, dass es permanent einer Zerreißprobe ausgesetzt wäre. Und da ich noch die eine oder andere weitere Hose im Schrank habe, habe ich sie maximal ein Mal pro Woche getragen. Und das auch nur in der Herbst-/Wintersaison.

Das müsste sich mal einer mit einer Herren-Jeans trauen. Mein Liebster, der Klamottenshopping hasst und zwischen drei Paar Jeans hin und her pendelt, wäre außer sich. Und würde nie wieder eine Hose dieser Marke kaufen.

Vielleicht sollte ich es auch so halten? Denn was soll ich sonst draus lernen? Billig war das Teil ja nun nicht. Und die geringe Lebensdauer konnte man ihm im Laden leider nicht ansehen.

Also, ich habe ja noch keine Wunschliste für die Zeit nach meiner Shoppingdiät.

Aber ich kann ja zur Abwechslung mal mit einer Ausschlussliste anfangen. Auf der als erstes das Label CoH steht.

Wobei, eigentlich gehört auch noch Fredsbruder auf meine „Schwarze Liste“.

Die meinen nämlich, dass ihre Taschen nicht länger als 1,5 Jahre halten müssen. Nach dieser Zeitspanne beginnt sich  das Edge Painting an den Henkeln ganz rapide aufzulösen. Was echt schlampig aussieht.

Also habe ich die Tasche eingeschickt – mit der Bitte um Ersatz oder auch gerne Reparatur. Denn ich mag die Tasche und außer den Henkeln ist auch noch alles bestens. Ich bekam die Tasche mit der Bemerkung zurück, dass es sich bei den bröckeligen Henkeln um normale Gebrauchsspuren handelt. Zwischen den Zeilen konnte man förmlich das Kopfschütteln über die Tatsache herauslesen, dass es da draußen doch tatsächlich Schwachköpfe gibt, die meinen, eine sehr pfleglich behandelte und längst nicht täglich genutzte 250-Euro-Tasche sollte etwas länger als 1,5 Jahre halten.

Na ja. Vielleicht kann sich die Firma  Fredsbruder so eine dekadente Haltung leisten. Ich kann es nicht. Und will es nicht. Da habe ich also immerhin zwei Dinge gelernt:

  1. Nie wieder eine Tasche mit Edge Painting kaufen, egal von welcher Marke.
  2. Nie wieder bei Fredsbruder kaufen, egal was für ein Modell.

Die Tasche habe ich übrigens auf eigene Kosten reparieren lassen. Jetzt hat sie schöne genähte Henkel, die ewig halten werden.

Dumm für die Taschenindustrie. Gut für mich.

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2 Antworten zu Shoppingdiät Update #23: Erste Verluste und eine Schwarze Liste.

  1. Vero schreibt:

    Das Problem mit den Henkeln kenne ich. Bei meiner MicheBag lösten sich auch solche Krümel, die haben sich dann nicht nur überall verfangen sondern auch auf meiner helle Lederjacke (Second-hand aber praktisch ungetragen ohne Gebrauchsspuren) hässliche schwarze Striemen hinterlassen. Ich konnte die Jacke dann mit einem Schmutzradierer wieder reinigen, aber als ich mich beschwert habe wurden mir neue Henkel zum Kauf angeboten, mit dem gleichen Edge Painting. Dabei war die Tasche tatsächlich so gedacht dass man sich ein Grundmodell kauft und dann mit immer neuen hübschen Hüllen verändern kann, statt eine ganz neue Tasche zu kaufen.
    Ich habe mir dann andere Riemen in einem Mercerie- und Bastelgeschäft gekauft, denn die Ersatzteile waren mir zu teuer für die Qualität. Das Grundmodell hat dann auch nicht mehr besonders lange gehalten, erst Innentasche eingerissen, dann die Laschen für die Henkelringe gerissen. Ich habe es noch mehrfach selbst genäht, aber irgendwann hat es mir gereicht, selbst wenn die hübschen Hüllen noch neu aussehen wirkt die Gesamterscheinung schäbig wenn beim Grundmodell irgendwann die Kanten abgeschabt sind und Karton hervorschaut!

    • konsumrebellin schreibt:

      Na, ich werde jedenfalls nie wieder eine Tasche mit Edge-Painting-Henkeln kaufen. Wieder was dazugelernt 😉

      Die Miche-Bag ist ja an sich eine supergute Idee. Aber wenn es dann an der Umsetzung hapert, ist das sehr ärgerlich und das Spar- bzw. Nachhaltigkeitspotenzial sind komplett hinüber. Allerdings kann man heutzutage für den Preis vermutlich eben leider nur eine Tasche mit begrenzter Haltbarkeit erwarten.

      Ich benutze seit zwei Jahren im Prinzip fast nur noch zwei Taschen: eine schwarze von Schu(h)tzengel und eine beige von Liebeskind. Beide sind aus gutem Leder, anständig verarbeitet und halten bisher jeweils mehr als 200mal Tragen locker durch. Dabei waren beide Taschen wirklich bezahlbar (die kaputt gegangene Freds Bruder Tasche war jedenfalls teurer).

      Ich denke, hier lohnt sich eine Investition in Qualität (ohne Edgepainting, natürlich ;-)).

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