Infiziert oder nicht?

Die Ansteckungsgefahr ist ja schon extrem hoch.

Meine Lieblings-Mitbloggerinnen Nunu und Nukimama stricken, nähen, upcyceln und recyceln Kleidung das einem ganz schwindelig wird. Oder manchmal schon die Finger jucken.

Weniger beim Stricken. Da bin ich solch ein Greenhorn, dass ich ganz bei Punkt Null anfangen müsste. Aber Nähen hat mir vor 25 Jahren meine liebe Mama beigebracht, die das ganz hervorragend kann. Und ich habe auch einige Jahre lang wirklich einen großen Teil meiner Kleidung selbst genäht. Samstags wurde das neue Teil für die abendliche Party nicht selten erst kurz vorm Weggehen gefinisht und dann direkt ausgeführt. Was waren das für Zeiten. Uh, jetzt klinge ich schon wie eine alte Tante 😉

Na ja. So ganz 100% freiwillig fand die Nähorgie freilich nicht statt. Da war sicher die Freude an der eigenen Kreation, aber auch reiner Pragmatismus. Alle Klamotten zu kaufen wäre aufgrund des meistens unterirdischen und sehr begrenzten Angebots der ostdeutschen Modelandschaft (wobei Wüste treffender wäre) schlicht nicht möglich gewesen. Zumindest dann, wenn man irgendeinen Anspruch an sein Styling hatte. Wer gut aussehen wollte, brauchte entweder Westpakete oder musste sich was einfallen lassen und selbst tätig werden.

Nach der Wende war der Druck natürlich weg. Während meines Studiums habe ich noch hin und wieder genäht. Aber spätestens seit meinem Umzug nach Köln ist damit Schluß. Durch einen sehr zeitkonsumierenden, aber einigermaßen gut bezahlten Job und ein ziemlich perfektes Angebot direkt vor der Bürotür haben sich meine Prioritäten komplett verschoben.

Und ich wurde zum Kleider-Shopaholic.

Ha, vom Nähaholic zum Shopaholic. Von einem gewissen Suchtverhalten war meine Beziehung zu Kleidung irgendwie schon immer geprägt 😉

Von Letzterem bin ich dank meiner Shoppingdiät ja vermutlich geheilt. Und wie ihr wisst, sind einige meiner Mitstreiterinnen inzwischen zu überzeugten DIY-Jüngern geworden. Mir stellt sich seit geraumer Zeit die Frage: Mitmachen oder nicht? Zum einen ist es in den nächsten 2,5 Monaten die einzige Möglichkeit, an neue Klamotten zu kommen (uups, da bin ich ja wieder im DDR-Zustand). Außerdem ist so ein schöner Stoffladen ja schon eine sinnliche Erfahrung und es macht Spaß, zu sehen, wie ein eigenes Teil fertig wird.

Aber, aber, aber … irgendwas in mir will nicht.
Sonst hätte ich schon lange angefangen.

Und ich weiß auch, warum.

Ich will einfach nicht mehr so viel Zeit mit Klamottenkram verbringen. Es gibt andere Dinge, die ich zur Zeit erheblich spannender finde.

Als letzten Sonntag mal wieder die Sonne schien, bin ich im Garten zum Beispiel über unsere Himbeersträucher gestolpert. Shit, die hätten bereits im Februar beschnitten werden müssen. Das war mir in meinem Winterkoma komplett entfallen. Und das Aussäen der Tomaten habe ich auch verpasst. Dabei zieht es mich jetzt, wo sich ein bisschen Frühling ankündigt, mit allen Fasern raus.

Dann ist da noch der Sport, das Lesen, das Schreiben, Kochen und die Fotografie, wo ich noch jede Menge lernen muss – und will. Und das alles am Wochenende oder ein, zwei Stunden am Abend.

Sorry, da zieht die Nähmaschine den Kürzeren. Denn Nähen macht sauviel Arbeit und braucht Zeit, wenn es gut werden soll. Und Pfusch ist nun wirklich in jeder Hinischt Verschwendung und sehr unbefriedigend. Na ja, vielleicht sehe ich das auch zu perfektionistisch. Aber so bin ich nun mal.

Zumindest ist mir klar, wofür ich meine Zeit investieren will.

Wenn DIY, dann in der Küche oder im Garten. In Sachen Kleidung werde ich weiter auf Outsourcing setzen. Nicht nur wegen der Zeit. Es gibt einfach Leute, die Designen und Nähen sehr viel besser können als ich. Wobei dazu ganz sicher nicht die üblichen verdächtigen Schweden, Spanier und sonstigen Fetzentruppen gehören.

Mein Mode-Herz gehört immer noch ganz klar Claire Campbell und den Girbauds. Wobei ich ganz sicher nach meiner  Shoppingdiät auch die vielen Fair-Fashion-Links von Nunu checken werde, die ich bisher aus gutem Grund links liegen lassen habe 😉

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4 Antworten zu Infiziert oder nicht?

  1. nukimama schreibt:

    🙂 🙂 🙂
    Mach Dir keinen Kopf :-), Du pflegst schließlich mehrere zeitaufwändige andere Hobbies und sowas wie Leben gibt es auch noch. Und wer weiß, vielleicht isses mir in einem Jahr auch wieder zu aufwändig? Im Moment macht es halt Spaß, aber wenn’s dann draußen richtig schön ist, hock ich sicher auch nicht den ganzen Samstag nachmittag an der Nähmaschine 😉

  2. Cristina schreibt:

    Have you seen the latest collection of Claire Campbell’s brand? Have a look at the Facebook official page http://www.facebook.com/HIGH.Everyday.Couture

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