Die Butter schmilzt.

Es gibt ja viele gute Gründe, seinen Konsum freiwillig einzuschränken: moralische, ökologische, praktische (weil die Schränke platzen), psychische (der ganze Kram nervt) …

Aber heute ist mir wieder einmal klar geworden, dass es noch einen weiteren Grund gibt, der zugegebenermaßen auch bei mir hin und wieder mitschwingt:

Die Butter schmilzt nicht nur.
Auch die Butterseite an sich wird munter angeknabbert.

Bevor ihr euch jetzt fragt, welches Problem ich heute mit Butterbroten habe: Das Bild von der Butterseite habe ich Nukimamas sehr nachdenklich stimmenden Post „Zwei“ entnommen, der mir seither immer wieder in den Sinn kommt.

Klar, im Vergleich zu alleinerziehenden Müttern, verarmten Rentnern, herumgeschubsten Leiharbeitern oder gar Näherinnen aus Kambodscha oder Bangladesh befinde ich mich auf der Butterseite des Lebens. Und was ich hier als Konsumverzicht bezeichne, dürfte vielen immer noch reichlich luxuriös anmuten.

Aber wie gesagt: Sicher ist es auch auf der Butterseite nicht (mehr).

Das ist mir heute in einem Kundenmeeting wiedermal schockmäßig klargeworden, als ich nebenher erfuhr, dass einige meiner dortigen Ansprechpartner (fast alles langjährige Angestellte eines großen internationalen Konzerns) pünktlich vor Ostern ihre Kündigung erhalten haben. Und der Rest sich fragt, wann es sie selbst erwischen wird.

Gegen diese näher kommenden Einschläge kann man nicht so viel tun. Auf Konzernzentralen in Japan oder den USA habe ich keinen Einfluss. Auch auf das Treiben unserer mittelständischen Kunden nicht. Und Wegrennen hat auch nicht so wahnsinnig viel Sinn. Zumindest habe ich den ultimativen krisenfesten Ponyhof noch nicht ausfindig gemacht. Falls es den überhaupt gibt, was ich bezweifle.

Aber etwas kann man schon tun.

Im eigenen Leben, da wo man durchaus Einfluss hat. Man kann seine Resilienz stärken. Zum Beispiel, indem man seine Abhängigkeit vom Konsum reduziert und die Vorteile eines einfacheren Lebens entdeckt. Nicht nur, weil ein kleines Notpolster entspannend wirkt und im Ernstfall mehr Möglichkeiten eröffnet.

Es tut einfach gut zu wissen: Ich muss nicht permanent Status-/Ausgleichs-/Frust- oder sonstwas für Shopping betreiben, um zufrieden zu sein. Ich habe keine horrend hohen Fixkosten durch Leasingraten, Kreditzinsen etc. Ich muss nicht meine Nachbarn, Freunde oder Kollegen durch demonstrativen Konsum beeindrucken. Das verringert auch die Angst, eventuell mal mit weniger Geld auskommen müssen.

Meine Shoppingdiät hat ja mehr als deutlich gezeigt, dass man ohne Shopping sogar viel zufriedener sein kann.

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