Wollt ihr die totale Nahrungsdiktatur?

Wahrscheinlich nicht.

Aber Monsanto & Co unternehmen gerade wieder mal einen Anlauf, um nicht nur zu kontrollieren, was im Supermarktregal landet. Die wollen uns sogar vorschreiben, was wir im eigenen Garten kulitivieren dürfen. Wenn ihr zum Beispiel eine alte, samenfeste Tomatensorte anbaut, soll das strafbar werden. Und noch viel strafbarer ist es dann, wenn ihr die Samen auch noch mit dem Nachbarn tauscht.

Sowas gab es nicht mal in den schlimmsten Diktaturen des 20. Jahrhunderts!

Aber klar. Kleine Konkurrenten sind lästig. Verbraucherunabhängigkeit ist lästig. Und wer braucht schon Vielfalt? Mit alten, samenfesten Sorten oder gar Tausch übern Gartenzaun verdienen Monsanto & Co ja kein Geld. Außerdem ist das ausgesprochen hinderlich, wenn man die Weltherrschaft über die Ernährung der Menschen anstrebt.

Patente an Lebewesen und die gnadenlose Vereinheitlichung auf das (selbstverständlich hybride) Angebot der Großkonzerne sind eine echte Horrorvorstellung – Nahrungsfaschismus pur.

Um das zu verhindern, hilft nur Protest. Online-Petitionen und weitere Infos findet ihr hier:

Global 2000

Avaaz

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10 Antworten zu Wollt ihr die totale Nahrungsdiktatur?

  1. fraudehnertsallerlei schreibt:

    Auf die Gefahr hin, eine dumme Frage zu stellen: Wer sind Monsato&Co und warum sollten sie mir verbieten dürfen, was ich mit meinem Garten anfange?

    • konsumrebellin schreibt:

      Damit sind die großen Saatgut- und Gentechnikkonzerne (was leider häufig inzwischen dasselbe ist) wie Monsanto, Bayer, Syngenta u.ä. gemeint. Du musst nur mal nach Monsanto googeln. Die haben so viel Dreck am Stecken, dass dir schon nach 10 Minuten Lesen ganz anders wird.

      Leider haben alle diese Konzerne auch irre viel Geld und Macht. Die setzen sie zum Beispiel für Lobbying in Brüssel ein. Dort wird in den nächsten Monaten die EU-Saatgutverordnung überarbeitet. Und es steht dabei genau das oben beschriebene Szenario im Raum. Natürlich nur zu deinem Besten und zu deiner Sicherheit. Du könntest ja urplötzlich an einer alten Tomatensorte verenden, die sich hier seit 200 Jahren bewährt. Dass GVO dagegen vielleicht nicht so gesund sind, verschweigen wir mal lieber.

      Zurück zur EU: Die Brüsseler Bürokraten arbeiten die Gesetze aus, die dann in allen EU-Ländern umzusetzen sind. Wenn also die Brüsseler Bürokraten in ihr Gesetz schreiben, was Monsanto will, kann man dir im Endeffekt wohl vorschreiben, was in deinem Garten wachsen darf. Unglaublich, aber wahr. Ich erinnere nur an das Glühbirnen-Verbot, das uns unter dem Deckmantel der Ökologie aufgezwungen wurde. So schnell geht das.

      Aber was die jetzt wieder ausbrüten, ist noch weitreichender und wichtiger. Auch für die individuelle Freiheit des bravsten unpolitischsten Schrebergärtners.

      • fraudehnertsallerlei schreibt:

        Danke, dann bin ich wieder ein Stück schlauer! 😉 Obwohl ja dann auch erstmal, gesetzlicher Rahmen hin oder her, der Grundsatz gilt: Wo kein Kläger, da kein Richter.
        Trotz allem eine Schweinerei.
        Obwohl ich die, an vielen Fronten vertretene Ablehnung gegen Gentechnik nicht völlig teile, das möcht ich an dieser Stelle einfach mal anmerken. Mein Mann studiert Pflanzenbiotechnologie, er ist so gut wie fertig. In den letzten Jahren habe ich gelernt, dass nicht alles schlecht ist, wo Gentechnik drauf steht… 😉

  2. kommentar schreibt:

    Klingt echt uebel!
    Ich finde es auch so schlimm, dass ich bei vielen Lebensmitteln nicht nachvollziehen kann woher sie kommen … (hergestellt fuer xxx). Habe kuerzlich versehentlich Apfelsaft gelauft fuer Kinder „made in China“ – klar das Gift muss verteilt werden :-(. Es soll ja immer alles gleich schmecken. Zum Glueck habe ich hier den Whole Foods Market, da gibt’s sehr gute Sachen mit einem (hoffentlich) saubereren Hintergrund.

    • konsumrebellin schreibt:

      Das mit der nicht nachvollziehbaren Herkunft vieler Lebensmittel (bei „Hergestellt für …“) ist in Deutschland genauso schlimm. Gelegentlich gibt es da mal den einen oder anderen Skandal, z.B. kürzlich mit TK-Gemüse. Ich bin auch fast aus den Latschen gekippt, als ich gehört habe, dass der meiste (billige) TK-Spinat aus China kommt! Da hilft nur iglo kaufen (die bauen wirklich noch ihren eigenen Spinat im Münsterland an) oder eben frischen Spinat, am besten beim Biobauern. Ich mache inzwischen meist Letzteres, wie ich überhaupt am liebsten beim Erzeuger kaufe oder eben (Bio-)Produkte, wo der wirkliche Erzeuger noch draufsteht.

      Zum Glück gibt es da, wo ich arbeite bzw. wohne, auch gute Alternativen mit Märkten, Hofläden, Bio-Supermärkten etc. Und einige Sachen wie Kräuter, Radieschen, Salat oder Tomaten werde ich diesen Sommer auch wieder im eigenen Garten ziehen. Das schmeckt sowieso am besten 🙂

  3. Nessy schreibt:

    Ja diese Idee der EU ist hoffentlich wirklich nur eine Schnapsidee, denn erstmal verstößt sie gegen den gesunden Menschenverstand. Bitte wer schränkt heutzutage Biodiversität noch derartig ein?
    Und dann wieder diese echt fiesen Großfirmen. Da kam kürzlich wieder die Doku David gegen Goliath. Wo der eine kanadische Bauer gegen Monsanto geklagt hatte, wobei die KLage kam eigentlich von Monsanto. Verzwickte Geschichte echt verrückt. Was ich aber am Rande erschreckender fand, war die Nebenerwähnung, dass diese Firma ein Terminatorgen in ihr Saatgut gezüchtet hat. Das heißt der Bauer kann die Pflanze aussehen, ernten und dann ist das Saatgut steril. Klar der Verband will nur sein Zeugs verkaufen.
    Das blöde ist nur, dass Pflanzenbestäubung ja so eine Sache ist und sich die fiesen Gene per Windbestäubung und CO weiter als nur dieses eine Feld ausbreiten. Im Endeffekt wird die Gattung also irgendwie ausgerottet. Klingt doch erschreckend oder?

    • konsumrebellin schreibt:

      Ja das finde ich auch eine schreckliche Vorstellung und allein das reicht mir, gegen Monsanto und gegen GVO zu sein. Möglichweise gibt es auch positive Aspekte an der Gentechnik, aber bisher zeigt sich in der Praxis nur das Gegenteil. Und dass Monsanto mitnichten das Wohl der Menschheit im Sinn hat, haben die ja hinreichend bewiesen. Nutzen Gentechnik nur, um Pflanzen steril und gegen ihren giftigen Roundup-Dreckskram immun zu machen. Es geht nur um Geld, egal was dabei über die Wupper geht – und wenn es die Zukunftsfähigkeit der Welt ist. So viel Ignoranz und Zynismus auf Seiten von Naturwissenschaftlern, die es eigentlich besser wissen sollten, finde ich einfach unfassbar.

      Und was mein Vertrauen in die EU angeht: Es wäre nicht die erste, gegen jeglichen Verstand verstossende Schnapsidee, die die durchprügeln. Zumal die EU-Bürokratie doch sowieso eher für Vereinheitlichung steht als für Vielfalt. Man denke nur an genormte Apfelgrößen und Gurkenkrümmungen. Von denen darf man jeden Wahnsinn erwarten, wenn sich keiner dagegen wehrt.

      • Nessy schreibt:

        Da hilft nur weiter Raritäten sammeln, anbauen und Samen ziehen. Egal was die EU dazu momentan sagt. Wobei ich schon gelesen habe, dass es für Privatbürger wohl doch leichter sein soll… Naja ich bleib skeptisch und hoffe, dass die bunten Kartoffeln und Co ein gutes Jahr haben 🙂

        • konsumrebellin schreibt:

          Aber klar, das werde ich tun – und solange es möglich ist, treibe ich in meinem Garten sowieso was ich will 🙂 🙂
          Wo bekommst du denn so bunte bzw. seltene Saatkartoffeln her?

  4. Nessy schreibt:

    Also zum einen war in Wien die Raritätenbörse der BoKU, dann gibts beim Bellaflora und bei der Arche Noah einige Sorten. Ybbser Kräutergarten hat zb auch alternative Sorten. *grübel*
    Ansonsten kannst dich auch auf dem lokalen Bauernmarkt umschauen. Da sind die Kartoffeln auch unbehandelt und sollten treiben können. Und im Internet weiß ich, dass man auch bei einigen Sammlern Saatgut bekommt.

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