Fast geschenkt.

wildkräuter_2

Wirklich gute Lebensmittel bekommt man nicht discounterbillig. Und irgendwas mit Gourmet-Flair schon gar nicht. Stimmt. Aber nicht immer.

Manchmal bekommt sowas sogar ganz umsonst.

Wildkräuter zum Beispiel.

Die schmecken nicht nur interessant, sondern stecken voller Vitamine, Mineralstoffe und sekundärer Pflanzenstoffe. Und außerdem geht mehr Bio nun echt nicht – vorausgesetzt ihr pflückt die Pflänzchen nicht gerade am Straßen- oder pestizidgefährdeten Feldrand. Hundewiesen sind natürlich auch nicht zu empfehlen.

Wie und wo auch immer. Jetzt ist die perfekte Zeit, um junge Blätter und frische Triebe von Bärlauch, Brennesseln, Gundermann, Löwenzahn, Sauerampfer & Co. zu ernten.

Seit ambitionierte Köche ihre Kunden mit immer exotischeren Zutaten langsam nicht nicht mehr vom Hocker reißen können, haben viele ja die regionale Küche und alte, fast vergessene Gemüsesorten und Kräuter wieder entdeckt. Jetzt lockt der innovative Koch mit Sauerampfersüppchen und Brennessel- oder Löwenzahnomelette.

Ich finde diese Entwicklung ausgesprochen fein.

Und zusätzlich motiviert durch einige Almabenteuer-Bücher habe ich mir letzten Sommer ganz fest vorgenommen: Im nächsten Frühjahr experimentiere ich mal mit Wildkräutern.

Ich habe das Glück, dafür wirklich nur vor die Tür gehen zu müssen. Der ehemals perfekte Golfrasen hinter unserem Haus hat sich durch konsequentes Nichtstun unsererseits inzwischen in ein buntes Biotop verwandelt, in dem jetzt Gänseblümchen, Löwenzahn, Veilchen, Wiesenschaumkraut und Gundermann (Gundelrebe) lustig vor sich hinblühen.

Und es gibt auch genug Gartenecken, in denen (meist zu meinem Leidwesen) äußerst robuste Brennesseln gedeihen. In diesem Frühjahr habe ich die zahlreichen neuen Triebe erstmals mit kulinarischem Interesse betrachtet – und mir gedacht: Ha, wachst mal schön. Dann kommt ihr alle in den Kochtopf!  Allerdings sind hier unbedingt Handschuhe angesagt; denn obwohl die jungen Triebe so zart aussehen, können sie schon echt fies nesseln. Das gibt sich aber nach einmal Blanchieren mit kochendem Wasser.

Inzwischen habe ich Brennesselspinat und ein Wildkräuter-Omelett mit Bärlauch, Gundermann, Löwenzahn und Brennesseln ausprobiert. Dem Liebsten und mir hat es super geschmeckt  und es wird sicher in meiner Küche noch mehr Wildkraut-Abenteuer geben.

gaensebluemchen

Gänseblümchen sind ja auch essbar, aber ich bringe es irgendwie immer nicht übers Herz, diese süßen kleinen Dinger zu zerkauen. Und da sie auch nicht das große Geschmackserlebnis bieten, lasse ich sie unbehelligt auf der Wiese blühen. Glück gehabt!

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5 Antworten zu Fast geschenkt.

  1. nukimama schreibt:

    Ich hab heute auch „Rasen gemäht“ 🙂 🙂
    Kennst Du Pimpernelle? Auch sehr lecker. Und Knospen vom Löwenzahn kann man wie Kapern einlegen. Das hab ich aber noch nicht ausprobiert.

    Ich muss immer schmunzeln, wenn ich Spaziergänger auf der großen Wiese neben unseren Latifundien „Röhrlsalat“ (= steirisch für Löwenzahn) stechen sehe und die nicht ahnen, dass zwei Tage vorher der Bauer mit’m Gülle-Wagen drüber gefahren ist 🙂 🙂 🙂

    • konsumrebellin schreibt:

      Hi, hi … Güllealarm kann zum Glück im eigenen Garten nicht passieren. Da schleicht sich schlimmstenfalls mal ganz selten Nachbars Hund ein. Und der sucht sich dann einen Baum 😉

      Ist Pimpernelle das Gleiche wie Bibernelle? Vor Pimpernellen-Töpfchen stand ich letztens auf dem Markt, aber ich wusste nicht, wie die schmecken. Aber jetzt hast du mich neugierig gemacht und ich werde wohl mal eins kaufen und probieren. Bibernelle habe ich gerade im Wildkräuterbuch nachgeschlagen. Ist im jungen Zustand ja eher unauffällig. Da muss ich mal suchen, ob wir sowas auch hier im Garten haben. 🙂

      • nukimama schreibt:

        Ja, das sollte das gleiche sein! Liebt eher karge Böden, Wiesenränder, ist bei uns wild in der Steinschlichtung beim Carport aufgegangen. Ich weiß nicht, wie ich den Geschmack beschreiben soll… mild, nicht so intensiv wie Petersilie aber doch deutlich, irgendwie einfach grün, vielleicht entfernt wie Gurken. Kommt bei mir standardmäßig in die Sauerrahm-Kräutersauce zu Kartoffeln oder Gegrilltem.

        Übrigens: zwei der häufigsten Gartenunkräuter schmecken auch sensationell: Erzfeind Giersch und vor allem die Vogelmiere, die schmeckt wie ganz junger Mais!

        • konsumrebellin schreibt:

          Ja, Vogelmiere hat auch irre viel Vitamin C. Den Erzfeind Giersch habe ich aus unerfindlichen Gründen scheinbar nicht im Garten. Habe nämlich schon letzten Sommer gelesen, wie toll der schmecken soll … und ihn dann wie doll gesucht, aber nicht gefunden.

          Meine Tante hat dagegen massig davon, aber ich weiß nicht, ob es eine gute Idee ist, das Zeug freiwillig anzusiedeln. Wahrscheinlich würde man mich für verrückt erklären 😉 😉

  2. Rosi Parzer schreibt:

    Brennnessel Pesto 🙂 auch voll lecker

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