Ein Geständnis am Rande.

Oh, ein Geständnis!

Habe ich etwa …? Nein, ich habe nicht.

Das „Geständnis“ dreht sich darum, wie meine Verpflichtung zur Shoppingdiät zustande kam. In einem meiner letzten Posts habe ich ja  schon angedeutet, dass es dazu gewisser Umstände bedurfte.

Drehen wir also die Uhr mal ein Jahr zurück (was mir zumindest wettermäßig heute sehr recht wäre):

Es ist ein schöner, sommerlicher Freitag. Mein Blog „Konsumrebellion“ ist gerade zwei Tage alt und seither tobt auch ein Kampf in mir.

Was will ich eigentlich mit diesem Blog?

Ein paar schlaue, konsumkritische Gedanken zum Besten geben, die Leser mit Buchtipps und guten Ratschlägen beglücken? Und was bitteschön qualifiziert mich eigentlich dazu? Ich habe Tonnen von Büchern und Blogposts zu diesem Thema verschlungen. Und trotzdem lustig weitergeshoppt. Gut, in den letzten drei Monaten nur sehr sehr moderat. Allerdings war das auch bitter nötig, nachdem ich im ersten Quartal schwer über die Stränge geschlagen hatte. Und schließlich hatte ich auch 2011 schon mal eine dreimonatige Shoppingauszeit durchgezogen, nur um es danach shoppingmäßig wieder so richtig krachen zu lassen.

Seit ich, ebenfalls vor zwei, drei Tagen, Katrins und Nunus Blogs entdeckt habe, weiß ich eigentlich, was angesagt und bei weitem ehrlicher wäre: Ebenfalls für eine längere Zeit keine Kleidung, Schuhe und Accessoires zu kaufen. Mich dazu „öffentlich“ in meinem Blog zu verpflichten. Und dann auch darüber zu schreiben.

Aber ein Jahr nicht shoppen? Bei aller Liebe – das ist komplett undenkbar. Vielleicht aber zumindest für den Rest des Jahres? Das fühlt sich schon etwas besser an, aber ist immer noch verdammt lang …

Diese Gedanken bewegten mich also an diesem sonnig-warmen Freitag vor einem Jahr. In einem Anfall von Mut verfasste ich schon mal mein Post „Shoppingdiät? Shoppingdiät!“ … aber ich traute mich nicht, es zu veröffentlichen.

Da kam mir eine Scheidung zu Hilfe.

Eine liebe Kollegin hatte endlich ihren langen, sehr ärgerlichen Scheidungsprozess hinter sich. Dass wir diesen Termin feiern, war schon lange ausgemacht. Der Herr Lieblingskollege war bereits dabei, in der Küche ein paar sehr großzügig bemessene Spritz Aperols zu mixen. Und dann noch ein paar …

Am Ende und kurz vor Büroschluss kam ich dann schon leicht betüddelt wieder an meinen Mac und da stand noch immer dieser nicht abgesandte Post. Mit dem ganzen Mut eines leicht angehobenen Promillespiegels sagte ich mir: Mach’s einfach! Schickte den Post ab und teilte meine Entscheidung Nunu und Katrin mit. Denn was soll eine Selbstverpflichtung in einem neugeborenen, total unbekannten und ungelesenen Blog?

Aus dem ursprünglich halben Shoppingdiätjahr ist jetzt ein ganzes geworden und ich habe diese mit nicht ganz klarem Kopf getroffene Entscheidung bisher keinen Tag bereut.

Also, ich weiß ja nicht, ob ihr Wert auf meine Tipps legt, aber auch aus dieser Geschichte kann man was lernen:

Wenn man zu 99% bereit ist, eine Shoppingdiät zu machen, aber vor dem letzten Schritt zurückschreckt, nehme man ein paar ordentliche Spritz Aperol und drücke dann den Auslöseknopf 😉

PS: Über diesen Post hätte eigentlich ein schönes Spritz-Aperol-Foto gehört, aber leider war das Wetter in den letzten Tagen für das Schießen eines solchen Fotos ja sowas von ungeeignet … ich werde bei Gelegenheit nachliefern. Falls wiedermal abends die Sonne scheint. Falls sie überhaupt noch da ist, die Sonne.

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2 Antworten zu Ein Geständnis am Rande.

  1. die Smileykiste schreibt:

    Das ist eine schöne Geschichte. =) Hat mich grade zum Lachen gebracht. =) Manchmal fehlt halt nur das letzte Quäntchen Mut – schön das bei dir der Spritz-Aperol nachgeholfen hat.
    Bei mir hat sich das Ganze eher schleichend entwickelt, nach dem Lesen von so vielen Horrorgeschichten aus der Bekleidungsindustrie, wollte ich einfach keine konventionell hergestellte Kleidung mehr kaufen. Da Bio- und Fairtradekleidung relativ teuer ist und hier auch nicht erhältich (außer übers Internet natürlich) hat das bei meinem kleinen Budget schnell zu einem seeehr reduzierten Kleidungskaufverhalten geführt. Aber so eine Aperolgeschichte ist da doch viel schöner, vielleicht sollte ich das Getränk doch bald mal probieren, das Wetter soll ja besser werden….. =)

    Liebe Grüße =)

    • konsumrebellin schreibt:

      Ja, das Ausprobieren von Spritz Aperol kann ich nur empfehlen … auch, wenn man sich nicht gerade Mut antrinken muss 😉

      Schmeckt einfach lecker, sieht lustig aus und da ich das Getränk vor Jahren in meiner Lieblingsstadt Verona auf der Piazza dell‘ Erbe entdeckt habe, ist es für mich immer noch kleines Stück Bella Italia.
      Liebe Grüße 🙂

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