Gar nicht ist einfacher als wenig.

Die meisten Leute halten eine Shoppingdiät vermutlich für ähnlich erfreulich wie eine tägliche Behandlung beim Zahnarzt. Ohne Betäubungsspritze. Oder für mindestens so selbstkasteiend wie eine dieser blöden Noch-Schnell-Bikinifigur-Diäten, die ich noch nie gemacht habe.

Aber Leute, ich sage euch eins:

Nix kaufen ist erheblich stressfreier als weniger und richtig und verantwortungsbewusst kaufen. Selbst wenn man die Mechanismen und die üblen Seiten des Über-Konsums gründlich durchgeholt hat, funktionieren sie immer noch ziemlich gut. Auch bei mir.

Es ist jetzt nicht so, dass ich komplett rückfällig geworden wäre. Und einen kleinen Nachhole-Bonus sollte man sich sicher auch gönnen. Aber selbst mit einigen wenigen, gut ausgewählten Teilen geht doch eine Menge Geld drauf. Zumal mein Geschmack durch die Shoppingdiät nicht etwa preisgünstiger geworden ist. Vielleicht sehe ich das heute auch kritischer, aber egal.

Hat man erstmal das Türchen wieder einen Spalt geöffnet, zwängen sich plötzlich erneut eine Menge Wünsche herein.The more I look, the more I see, the more I want (frei nach Depeche Mode).

Klar kann ich mich mit den Wünschen heute erfolgreicher auseinandersetzen als früher. Eine große Hilfe ist dabei meine Erbsenzähler-Liste, die unerbittlich die „Fetzenrentabilität“ all der mehr oder weniger teuer erkauften Teile wiedergibt. Und natürlich das Bewusststein, dass man durchaus nicht stirbt, wenn man nichts kauft.

Aber irgendwie habe ich keinen Bock auf diese ständigen Auseinandersetzungen. Die fressen Zeit, Energie, Aufmerksamkeit. Ganz zu schweigen von all den blöden Google-Ads, die mich anblinken seitdem ich wiedermal auf einigen Shoppingsites war. Es hat mich am Anfang der Shoppingdiät Monate der Besuchsabstinenz gekostet, das Zeug loszuwerden. Jetzt habe ich es wieder an der Backe. Und wer klickt nicht hin und wieder, wenn er gerade eine kleine Abwechslung braucht?

Ich glaube, ich werde meine Winter-Wunschliste noch abarbeiten und danach die Tür mal wieder für einige Monate zuknallen.

Das ist in jeglicher Beziehung erheblich entspannender.

Und eine hinreichende NEU-Infusion, die den Spaß an der Mode erhält,  habe ich ja dann im Schrank.

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5 Antworten zu Gar nicht ist einfacher als wenig.

  1. mathildatanzt schreibt:

    Es gibt Add-Blocker. Habe ich dank zweier Leserinnen gelernt. Seitdem gibt es nicht mal bei youtube mehr Werbung, es ist ein Traum!!!

    • diesmileykiste schreibt:

      Genau das wollte ich auch schreiben. =) Bei Firefox heißen die Add-ons „Adblock Plus“ und „Ghostery“. =) Nach dem Installieren fühlt man sich erhelblich weniger verfolgt. =)

      Wünsch dir viel Erfolg beim weniger kaufen! =)

      • konsumrebellin schreibt:

        Vielen lieben Dank, ihr beiden 🙂 Habe die Adblocker schon installiert … und was soll ich sagen: Zuerst hat mich die scheinbare Leere fast erschreckt. Nur die Inhalte der aufgerufenen Seiten, keine blinkenden Werbelinks ringsrum. Himmlischer Friede!

  2. Caro schreibt:

    Ich bin auch der Meinung, dass nicht kaufen erheblich stressfreier ist als bewusstes einkaufen. Ich habe meine Shoppingdiät vor fast einem Monat begonnen und nach allem, was ich in dieser Zeit gelesen und gelernt habe wäre ich aktuell gar nicht in der Lage sinnfrei irgendwo irgendwas zu kaufen. Ich bin gerade froh, dass ich nicht muss 😉 ich bin noch in der anstrengenden Auseinandersetzungsphase.
    Freue mich drauf, wenn ich wieder Shoppen darf und das dann bewusst.

    Danke für deinen Blog, macht echt Spass.

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