Drei Kleiderschrank-Dinge und Project333

Jetzt ist er wohl endgültig da, der Herbst.

Alle textilen Sommerverlängerungsversuche verursachen inzwischen kalte Füße oder Schnupfen und fühlen sich einfach nicht mehr richtig an. Also habe ich letztes Wochenende begonnen, meinen Kleiderschrank vom Sommer auf die kalte Jahreszeit umzustellen.

Und dabei stießen mir drei Dinge auf, die mir wiedermal deutlich vor Augen geführt haben, dass ich mit der ganzen Shoppingdiät-Declutter-Konsumreduzierungssache noch längst nicht durch bin:

Ding #1: Ich habe wieder einige Sommersachen gar nicht oder nur ein, zwei Mal getragen. Und viele der teureren Neuanschaffungen auf der FS-Saison 2012 (vor der Shoppingdiät natürlich) sind in meiner Erbsenzählertabelle immer noch im roten Costs-per-Wear-Bereich, den ich für mich ab 10 EUR aufwärts definiert habe.

Ding #2: Als fast alle Sommersachen aus dem Schrank waren, habe ich eine weiße Girbaud-Bluse „wiederentdeckt“, deren Existenz mir zwischenzeitlich komplett entfallen war. Und das lag nicht etwa daran, dass sie irgendwo hinten in eine Ecke geknüllt war. Nein, sie hing schön säuberlich auf einem Bügel. Aber ich habe sie zwischen all den anderen Sachen einfach nicht gesehen. Entweder brauche ich eine Brille oder ich habe immer noch zu viel im Schrank. Ich tippe auf Letzteres.

Ding #3: Weil am Sonntag so schönes Wetter war und ich lieber noch mountainbiken und ein paar Pilze fotografieren wollte, habe ich die Aktion auf halber Strecke abgebrochen. Als nämlich alle Sommersachen raus aus dem Schrank waren und nur noch einige Übergangsteile und meine diesjährigen Neuerwerbungen drin hingen. Und was soll ich sagen. Der Anblick dieses fluffig halbleeren Schranks fühlt sich saugut an. So gut, dass ich jetzt noch ein paar Tage herumtrödele und mit dem Herbst-Auspacken auf schlechtes Wetter warte.

Aber mit Trödeln ist das nicht getan. Ich muss was ändern. Als erstes mal, nix weiter Neues kaufen. Aber das mache ich ja eigentlich seit einiger Zeit schon (nicht), auch wenn ich keine offzielle Shoppingdiät ausgerufen habe.

Also muss noch was weg. Die Frage ist nur, was. Denn alles, was eindeutig unter die Kategorien „gefällt mir nicht“, „steht mir nicht“ oder „ist total out“ fiel, ist bereits weg. Allerdings habe ich auch seit Beginn meiner Shoppingdiät fast nichts mehr aussortiert.

Da passte letzte Woche Courtney Carvers Post „A Clutter-free Closet for a Clutter-free Life“ wie die Faust aufs Auge. Denn es erinnerte mich an ihr Project333. Das verfolge ich ja schon seit Jahren, aber ich konnte mich noch nie zum Nachahmen aufraffen. 3 Monate lang nur 33 Teile tragen ist schon ganz schön heftig. Und ich sehe keinen Sinn darin, meine teuer gekauften Sachen mutwillig nicht anzuziehen.

Aber vermutlich liegt der wahre Weg wiedermal irgendwo in der goldenen Mitte. Diesen Weg muss ich jetzt finden. Und zwar möglichst zeitnah. Denn beim Thema „Less is more“ bin ich leider auf halbem Weg stecken geblieben.

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4 Antworten zu Drei Kleiderschrank-Dinge und Project333

  1. Andrea schreibt:

    Ich wünsch‘ mir grad, ich wär eine rigorose Minimalistin… So ein halbes Haus ausräumen zu müssen, ist ein sehr heilsames Erlebnis. Am liebsten würde ich mir einen Container vor die Tür stellen lassen… 😉 😉

    • konsumrebellin schreibt:

      Das geht mir in solchen Situationen auch immer so. Man wundert sich immer wieder, was man alles so besitzt. Aber Renovierungen und Umzüge sind tatsächlich eine prima Gelegenheit, sich mal von Zeug zu trennen, das man jahrelang weder wahrgenommen noch vermisst hat … oder sich unbändig über die Wiederentdeckung zu freuen.
      Liebe Grüße, Jana

  2. mathildatanzt schreibt:

    Über ein solches Projekt habe ich auch schon manches Mal nachgedacht. Aber ich bin immer zu genervt von der Vorstellung, dass ich die Teile, die ich tragen will erstmal aussuchen und dann irgendwo extra lagern müsste. Oder alle anderen Sachen woanders lagern, nur wo? Und dann habe ich keinen Schmuck mit dem ich die Dinge jeden Tag anders und mich selbst superkreativ aussehen lassen könnte…

    • konsumrebellin schreibt:

      Genau daran ist es bei mir auch immer gescheitert. Schmuck und andere Accessoires würde ich von einem solchen Projekt sowieso ausnehmen. Ein bisschen Spielraum möchte ich schon noch haben und es kann ja nicht das Ziel sein, sich möglichst gar keine Gedanken mehr über seinen Look zu machen … jedenfalls nicht für mich 😉
      Liebe Grüße!

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