Eine Liebeserklärung.

Ich muss heute mal eine Liebeserklärung an den Liebsten loswerden.

Da er diesen Blog selbstverständlich nicht liest (sein einziges Shoppingproblem besteht darin, nicht zu shoppen), ist dieses Post stellvertretend auch an alle anderen Menschen gerichtet, die über die wunderbare Fähigkeit verfügen, alles Mögliche zu reparieren. Und die dabei auch noch freundlich und gelassen bleiben, wenn das zu reparierende Objekt sich wehrt oder einfach reparaturfeindlich konstruiert ist.

Nun kenne ich ja den Liebsten schon ein paar Jahre und fast genauso lange weiß ich um seine handwerklichen und technischen Fähigkeiten. Und um seine unglaubliche Sachlichkeit und Geduld, wenn er mit Problemen wie nicht zugänglichen Motorräumen oder schwer demontierbaren Haushaltsgeräten konfrontiert wird. Während ich schon längst fluchend wie ein Troll herumspringen würde (was natürlich nix bringt), bleibt er ganz ruhig und gelassen. Und hat scheinbar auch noch Spaß daran.

So wie gestern Abend.

Ich befand mich gerade im fortgeschrittenen Stadium der Herstellung einer übrigens sehr empfehlenswerten Brokkolisuppe nach diesem Rezept aus Natalies Blog „essen und l(i)eben“. Die schonend gegarten Brokkoliröschen und etwas Kochwasser hatte ich gerade in meinem Hamilton Beach Mixer zu einem sämigen Süppchen püriert. Jetzt sollte das Ganze zum Finish zurück in den Kochtopf.

Als ich den Glasbehälter vom Mixer hob, blieb mir gerade noch Zeit, mich über den plötzlichen Gewichtsverlust zu wundern. Und die grasgrüne Masse durch ein Loch nach unten entweichen zu sehen. Dann wurde es sehr dunkel und sehr still im Haus.

Ich tastete mich zu der Stelle, an der wir unsere Not-Taschenlampen lagern. Zurück in die Küche und den Stecker des über und über grün eingematschten Mixers gezogen. Und dann runter durch den Keller ins Souterrain, wo der Liebste in seinem Büro dank eigenem Stromkreis friedlich am Computer werkelte.

Zuerst mal wurde der Schutzschalter wieder eingerastet und dann ging es zur Bestandsaufnahme in die Küche. Die Schuld an dem Dilemma lag klar bei mir. Ich hatte am Vortag den Mixbehälter aus der Spülmaschine genommen und offensichtlich nicht richtig zusammengesetzt.

Aber es ging gar nicht um Schuldzuweisungen. Dem Liebsten ging es nur darum, die Brokkolisuppenreste aus dem Mixerinneren heraus zu bekommen … und sogleich machte er sich ans Werk. Das Demontieren war erwartungsgemäß nicht ganz einfach, denn Hamilton Beach hat ja kein großes Interesse daran, dass unbedarfte Konsumenten in den Innereien seiner elektrischen Geräte herumwühlen. Ich erspare euch jetzt die langweiligen Einzelheiten … nach einer Stunde war das Teil sauber und lief wieder.

Und dazwischen kein einziger Vorwurf und kein Gemecker. Dafür liebe ich ihn eigentlich noch mehr als für seine handwerklichen Fähigkeiten. Aber die sind natürlich auch nicht zu verachten. Der Hamilton Beach Blender ist für mich ein nahezu unverzichtbares Küchengerät. Wie sollte ich sonst meine Frühstücks-Smoothies hinkriegen?? Außerdem sind die Dinger teuer und die neuen Modelle längst nicht mehr so schön wie mein 15 Jahre alter Klassiker mit dem schlichten runden Metallsockel.

Na, jetzt tut er es wieder … und ich werde mir mal was Nettes als Dankeschön ausdenken.

Was das mit Konsumrebellion zu tun hat, muss ich wohl nicht erklären. Reparieren ist immer besser, sparsamer und ressourcenschonender als neu kaufen. Und selbst reparieren ist das Allerbeste.

Allerdings sind die Fähigkeiten dazu nicht jedem gegeben. Deshalb ein ganz großes Dankeschön an alle, die was reparieren können und es auch tun … ohne euch wären die Haushaltslöcher größer, die Müllberge höher und das Konsumrad würde sich noch schneller drehen.

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4 Antworten zu Eine Liebeserklärung.

  1. essen & l(i)eben schreibt:

    ist das schön! Du solltest Deinem Liebsten unbedingt ganz unauffällig diesen Artikel als Startseite in seinen Browser setzen.

    Sehr schön geschrieben!

    also ich, mich hätte so ein Desaster ja so wild gemacht, dass ich die Brokkolisuppe mit meinen rotierenden Armen hätte selbst pürieren können.

  2. hatotsiki schreibt:

    Ich habe auch so einen lieben kerl zu hause, der mir immer aus der patsche hilft und zumindest darauf besteht reparaturarbeiten zu hause selbst zu erledigen (auch wenn ich das natürlich auch könnte). halt ihn dir auf jeden fall warm!
    Liebe Grüße, honey

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