Burn down the farm!

Keine Sorge, ich will hier nicht zum Vandalismus anstiften.

Der Aufruf „Burn down the farm“ stammt auch gar nicht von mir, sondern aus dem aktuellen zenhabits-Post von Leo Babauta. Er benutzt nur das Bild von Luke Skywalker, um etwas zu illustrieren, was uns alle betrifft: Viele (gewünschte) Veränderungen in unserem Leben werden nie wahr, weil wir in unseren Komfortzonen (also der Farm) verharren.

Häufig hilft dann nur eins: Die Farm niederbrennen (im übertragenen Sinne natürlich), um ein weiteres Verharren unmöglich zu machen und endlich in die Gänge zu kommen. Manchmal wird die Farm auch von jemand anders niedergebrannt. Das kann unangenehm sein, aber auch hilfreich.

Der Liebste zum Beispiel hat jahrelang völlig unterbezahlt in einem Architekturbüro einen guten Job gemacht. Bis kurz vor der drohenden Insolvenz des Büros und nach einigen ausstehenden Gehältern sein Frust so groß wurde, dass er ausgecheckt ist. Heute arbeitet er selbstständig, hat gut zu tun und verdient erheblich besser. Aber er gibt selber zu, dass er ohne die Turbulenzen von damals wohl heute noch im alten Büro arbeiten würde.

Über einen anderen Blog habe ich eine Frau kennengelernt, die heute ein Leben lebt, wie ich es mir insgeheim erträume: auf dem Land, mit Tieren, freier Zeiteinteilung … und sie hat nicht geerbt, reich geheiratet oder eine Zeitlang irre viel verdient, um sich dieses Leben zu ermöglichen. Das Leben selbst hat sie aus ihren alten Routinen geschubst und der Weg ins neue Leben war auch keine Bilderbuchkarriere. Aber jetzt scheint sie sehr glücklich zu sein.

Aha, wünsche ich mir jetzt also den großen Knall?

Damit ich den Hintern hoch bekomme und die Dinge angehe, die ich seit Jahren vor mir herschiebe: mehr Zeit haben, freie Zeiteinteilung beim Arbeiten, was Eigenes machen, Gemüse anbauen, Hund besorgen …?

Nein, ich bin ja nicht blöd. Es geht mir gut und in meinem Leben gibt es vieles, womit ich sehr glücklich bin. Und ich weiß es durchaus zu schätzen, dass ich von stürmischen, ungewollten Umbrüchen in meinem Leben bisher verschont geblieben bin. Die neuen Entwicklungen schiebe ich lieber selber an.

Habe ich mir jedenfalls vorgenommen. Denn ich muss zugeben, ich bin auch ein ziemlich komfortzonenliebender Mensch.

Aber seitdem die Ablenkung durch Konsum bei mir immer weniger funktioniert, mache ich mir auch mehr Gedanken darüber, wie ich eigentlich leben möchte. Und da gibt es noch so einige Schritte zu gehen von dem, wie es ist hin zu dem, wie ich es gerne hätte.

Aber das würde diesen Post sprengen und kommt später dran.

Jetzt begebe ich mich nach Hause und dehne meine Komfortzone, indem ich nicht auf dem Sofa herumlümmle (oder österreichisch: knotze), sondern noch eine Runde mit dem  Mountainbike auf den Petersberg fahre.

Es ist immer eine kleine Überwindung, vor allem wenn noch kälter wird. Aber wenn man sich überwunden hat, fühlt es sich wunderbar an. Und indem ich das jetzt hier angekündigt habe, kann ich ja gar nicht mehr anders … auch ein BDTF-Beispiel 😉

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Downscaling, Konsum-Rebellisches, Shoppingdiät + Konsumverzicht veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s