Geschenke-Stress?

weihnachtsgeschenke

Alle Jahre wieder bin ich beim Thema „Weihnachtsgeschenke“ hin und her gerissen.

Einerseits geht mir der alljährliche weihnachtliche Konsumterror maßlos auf die Nerven. Statt eine besinnliche Adventszeit zu genießen, kämpfen sich die Menschen durch nervige Malls, Einkaufsstraßen oder Online-Shops, die zumindest den Vorteil haben, nicht überfüllt zu sein. Ganz abgesehen davon, dass sich viele sogar verschulden, um an diesem Wahnsinn teilzunehmen. Aber selbst wenn man genug Geld für Geschenke hat und diese etwas stilvoller besorgen kann – man lebt ja nicht im luftleeren Raum.

Irgendwann muss man sich dem Geschenkthema stellen, selber Wünsche kundtun, die der Lieben erfüllen oder sich was einfallen lassen. Man freut sich nicht mehr auf Weihnachten, sondern hat ein mulmiges Gefühl im Bauch, weil in zwei Wochen Heiligabend ist und noch Geschenke (oder gar Geschenkideen) fehlen. Nicht, dass ich was gegen das Schenken an sich hätte, aber in der weihnachtlichen Massivität finde ich es irgendwie erdrückend.

Es gibt ja Leute, die entziehen sich dem ganz rigoros. Einer meiner Kollegen zum Beispiel. Er will nichts und er schenkt nichts. Und nein, der liebe Kollege ist keine Scrooge-Reinkarnation, sondern einer der großzügigsten Menschen, die ich kenne. Aber dieser weihnachtliche Konsumterror geht ihm auf den Keks und da hat er sich abgemeldet. Respekt, kann ich da nur sagen. Das würde ich nicht bringen.

Aber so richtig will ich es auch gar nicht.

Weihnachten so ganz ohne Geschenke. Da würde mir etwas fehlen. Schließlich ist ein Geschenk ja ein Zeichen von Aufmerksamkeit und Zuneigung. Sollte es jedenfalls sein. Eigentlich verschenke ich ja gerne etwas. Ich packe gerne Geschenke ein. Und noch lieber sehe ich den Lieben beim Auspacken zu. Das Schenken und Beschenkt-Werden selbst ist also nicht das Problem.

Es ist eher ein Problem der Quantität. Ein Problem dessen, was alle glauben, „liefern“ zu müssen. Denn gierig ist bei uns eigentlich keiner. Aber trotzdem hat sich die Schenkerei über die Jahre irgendwie hochgeschaukelt. Dabei würde doch eine liebevoll ausgesuchte Kleinigkeit reichen. Die große Frage ist nur, wie groß oder klein die Kleinigkeit sein soll oder darf …

Ihr seht, so richtig habe das mit den Weihnachtsgeschenken bei mir noch nicht zur Zufriedenheit gelöst. Wie geht ihr mit dem Thema um?

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18 Antworten zu Geschenke-Stress?

  1. Jean schreibt:

    Ich bin schon seit einiger Zeit hier stille Mitleserin und teile viele Deiner Gedanken und Auffassungen. Bei dem Thema Geschenke bin ich aber wie Dein Kollege aufgestellt, wir haben uns schon vor einigen Jahren entschlossen, auf Geschenke unter Erwachsenen zu verzichten. Ein Grund war der, dass so viele Sachen gekauft und geschenkt werden, die man nicht wirklich braucht und die die Schränke noch mehr verstopfen, die xx. CD und das xx. Kochbuch, der Aufschäumer hier und die lustige Kaffeetasse dort. Der 2. Grund war natürlich die Verringerung des Stresses in der Vorweihnachtszeit, in der wie beruflich immer sehr stark eingespannt sind und das dann noch on top kam.

    Ich hatte am Anfang auch die Befürchtung, dass da etwas fehlt, wenn man keine Bescherung macht, aber das war nicht der Fall. Wir öffnen wie bisher gegen 18.00 Uhr eine gute Flasche Winzersekt und hören dazu unsere bevorzugte Weihnachtsmusik. Ich bin froh, dass wir diesen Schritt probiert haben und ich jetzt nur noch für unsere 2 Patenkinder Geschenke besorgen muss.

    • konsumrebellin schreibt:

      Zuerst einmal herzlichen Dank fürs stille Mitlesen und noch mehr dafür, dass du dich jetzt zu Wort meldest. Ich kann eure Entscheidung gut nachvollziehen. Auch mir bereitet vor allem die sinnlose Materialschlacht unter Erwachsenen zunehmend Bauchschmerzen. Es ist mir auch unangenehm, mir irgendwelche Dinge „wünschen“ zu MÜSSEN, nur weil jemand (in dem Fall meine Eltern) auf „richtigen“ Geschenken besteht. Ich bin schon froh, wenn mir zu meinem Geburtstag im November etwas halbwegs Sinnvolles einfällt 😉

      Letztes Jahr hatten wir ein gemeinsames Abendessen und sind dann zur Lichtermesse in den wunderschönen Altenberger Dom gefahren. Das war ein wirklich stimmungsvoller Weihnachtsabend, aber das Geschenke-Auspacken mussten wir wegen der fortgeschrittenen Stunde auf den nächsten Tag verschieben – heißt, wir hätten auch drauf verzichten können 😉

  2. Maria schreibt:

    Auch ich verweigere bis zu einem gewissen Grad die Weihnachtsgeschenke. Ich schenke schon, aber was ich schenke hat sich sehr geändert.

    Ich verschenke derzeit (bis auf meine Kinder, die sind eine Ausnahme) entweder „Verbrauchssachen“ wie z.B. selbst gemachte Marmelade, Glaskuchen, Kräutersalz, gebrannte Mandeln alternativ etc. oder Gutscheine, wo ich nicht auskomme.

    Alternativ gibt es für Nichte und Neffen etwas, was sie sich echt wünschen, und das besorgt dann Mama und Papa. Weil ich eh nicht weiß, was ich schenken sollte.

    Für dieses Jahr habe ich ca. 40 Glas Holundergelee gemacht. Das bekommen alle, die ich mit einer Aufmerksamkeit verwöhnen will.

    Ich weigere mich mitzumachen und Menschen Sachen zu schenken, die sie eh nicht brauchen können. Dann lieber Gutscheine, auch wenn das unpersönlich ist.

    Ausnahme sind meine Kinder, die haben so viele Wünsche, da helfe ich mit, sie zu erfüllen. Tochter brauchte dringend Reparatur von Handy – habe ich zu Weihnachten bezahlt. Sohn hat sich PC gewünscht, hat er die Hälfte davon zu Weihnachten und Geburtstag zusammen bekommen.

    lg
    Maria

    • konsumrebellin schreibt:

      Ich denke, mit deiner Weihnachtsgeschenke-Lösung (selbst gemachte Leckereien) könnte ich mich am ehesten anfreunden. Bei einigen „Zielpersonen“ praktiziere ich das auch schon. Dafür habe ich im Sommer ordentlich viel vom beliebten Holunderblütenlikör angesetzt, Plätzchen sind gebacken … und da ich auch gerne Glaskuchen mache, ist das ebenfalls eine schöne Option.

      Jetzt muss ich nur noch die letzten „Bastionen“ der konventionellen Erwachsenen-Schenkerei überzeugen 😉

      Unsere Nichten und Neffen bekommen natürlich auch richtige Geschenke. Kinder können sich ja schließlich nichts selber kaufen und wenn so nette dringende Wünsche geäußert werden wie z.B. Drachen für die Playmobil-Ritterburg bin ich doch gerne dabei.

  3. Andrea schreibt:

    Wie ich ja schon mehrmals beschrieben habe, bin ich eigentlich eine leidenschaftliche Schenkerin, am liebsten von Herzenswünschen und Selbstgemachtem. Ich habe in den letzten Jahren den Kreis stark reduziert und war fleißig am Werkeln, bin aber aufgrund von beruflichem Megastress in totaler Zeitnot. Darum für zwei meiner insgesamt vier zu Beschenkenden echt in Nöten… was basteln/stricken/nähen kriege ich zeitlich nicht hin, irgendwas (mit Betonung auf Irgendwas) kaufen will ich nicht, zumal vor allem ein „Schenkling“ alles hat und sich eigentlich auch alles kaufen kann. So werde ich mich wohl Ende dieser Woche in die Schlacht stürzen müssen, vielleicht springt mich was Passendes an (ich denke da im Moment an einen Kunsthandwerk-Markt, wo es z.b. sehr süße Keramikfigure für den Garten gibt). Ansonsten gibt es wohl in irgendeiner Form Zeit und das klare Geständnis, dass ich eben nicht einfach irgendwas kaufen wollte, sondern sich diejenigen einfach was wünschen sollen, was wir gemeinsam machen könnten. Vielleicht eine schöne Theaterkarte mit anschließendem Essen…

    Viele liebe Grüße
    Andrea

    • konsumrebellin schreibt:

      Ja, der Zeitmangel trägt nicht wenig zum Geschenke-Stress bei. Das kann ich nur zu gut nachvollziehen 😉 Wenn man sich in Muse der Geschenke-Herstellung oder Ideenfindung widmen könnte, wäre das ja noch was anderes … Natürlich findet Weihnachten jedes Jahr am 24.12. statt und man könnte rein theoretisch langfristig planen. Aber wer hat schon im Hochsommer einen Nerv für Weihnachtsgeschenke? Ich jedenfalls nicht.
      Aber vielleicht hat deine Zeitnot ja auch was Gutes. Gemeinsame Erlebnisse sind doch sowieso das beste Geschenk – zumindest für Leute, die sich alles eigentlich auch selber kaufen können 🙂

      Liebe Grüße
      Jana

  4. Romy schreibt:

    Ich bin da ähnlich wie dein Kollege – wenn ich jemandem eine Freude machen möchte, dann mache ich das und vor Allem wann ich es will und nicht wenn ein Kalender mir einen Tag an dem ich schenken soll/muss vorgibt. Ich mag es hier und da das ganze Jahr über etwas zu verschenken, wenn ich etwas sehe wovon ich weiß, damit mache ich jemandem eine Freude – und zwar gleich und nicht erst zu Weihnachten.

    Ich schenke Kleinigkeiten, oft selbstgemacht oder mit persönlichem Hintergrund. Ich mag es nicht zu schenken um geschenkt zu haben, hauptsache eingepackt, aber gebrauchen kann es keiner. Wenn ich nichts sinnvolles zu verschenken haben, gibt es eben nur ein paar Plätzchen.

    Ich bekomme jedes Jahr auf’s Neue die Krise, wenn ich sehe wie viele Geschenke die Kinder bekommen in der Familie. Wenn ich daran denke, wie viel ich bekommen habe und vor Allem in welchen Werten und dass dennoch ein guter, intelligenter und selbstständiger Mensch aus mir geworden ist.. ein Wunder!

    Was ist denn verkehrt daran, einem Kind nur ein schönes und sinnvolles Geschenk zu überreichen – etwas, dass es sich wirklich gewünscht hat? Warum muss es denn den Wert eines Monatsgehaltes haben? Warum muss der Sack vom Weihnachtsmann so groß sein, dass er nicht durch die Tür passt oder noch besser, die Geschenke gar nicht in den Sack gehen?

    Geschenke sollen von Herzen kommen und wenn die Kleinen schon zugeschüttet werden, was wird denn dann später? Die Wünsche werden nicht kleiner oder preiswerter.. Das fängt ja schon an Nikolaus an – was andere zum Nikolaus bekommen, bekam ich früher zu Weihnachten und Geburtstag zusammen.

    Ich denke deine Frage „Wie groß oder klein die Kleinigkeit sein soll oder darf…“ ist falsch. Niemand sollte sich fragen müssen „Ist mein Geschenk groß genug / Teuer genug / spektakulär genug / gleichwertig dem Geschenk des anderen?“ – die Frage sollte sein „Ist mein Geschenk etwas worüber er/sie sich wirklich freuen kann / mit dem er/sie etwas anfangen kann oder bei dem er/sie immer an mich denken wird (freudig)?“. Das ist doch der Hintergrund des Schenkens und nicht das wahllose Zumüllen mit Sachwerten.

    • konsumrebellin schreibt:

      Grundsätzlich hast du schon recht mit deiner letzten Anmerkung. Aber bei mir ist zum Beispiel der Liebste immer sehr großzügig und da möchte ich natürlich auch nicht knickerig sein – auch, wenn er definitiv der Letzte ist, der irgendetwas aufrechnet. Mir ist natürlich klar, dass hier die Wurzel des Problems liegt. Da hilft auf Dauer wohl nur eine kleine-Geschenke-Vereinbarung im Vorfeld. Ist nur dieses Jahr schon wieder zu spät 😉

      Was den Kinderbeschenkungswahnsinn angeht, bin ich allerdings voll bei dir. Ich habe auch immer den Eindruck, dass die Kids total überfordert sind und sich gar nicht mehr richtig freuen können. Unmengen Pakete werden aufgerissen, kurz begutachtet und dann beiseite geschoben, um das nächste zu öffnen. Da gefallen mir meine eigenen Weihnachtserinnerungen erheblich besser – wenige Geschenke, über die ich mich aber echt gefreut habe. Einmal habe ich neue Skier bekommen, mit denen ich dann am nächsten Morgen schon um 7 Uhr durch die Wohnung gerutscht bin. Na, muss lange her sein. Ich stehe schon lange nicht mehr freiwillig so früh auf 😉

      • Romy schreibt:

        haha, solche vereinbarungen gibt es bei uns auch: die kinder bekommen in der familie solange geschenke, bis sie selbst kinder haben und die erwachsenen schenken sich prinzipiell nichts – halten sich nur nich so viele daran 😀

        es gibt ja auch viele die einfach mit kostspieligen geschenken ganz genau wissen der freut sich riesig und gar nicht erwatren den gleichen wert zurückzubekommen, sondern einfach nur das lächeln und die gewissheit wirklich das richtige geschenkt zu haben.

        ich hab deinen beitrag und meine antwort bei mir heute noch einmal ausgedehnt weil es ein thema ist was jedes jahr aufkommt 😀

  5. Nessy schreibt:

    Nachdem man zuschauen kann, wie sich Staubfänger im Haus immer zur Geschenkezeit vermehren, versuche ich dem zumindest bei anderen entgegenzuwirken und verbrauchssachen zu verschenken. Selbstgemacht ist natürlich am besten und am Persönlichsten. Aber es braucht halt auch viel Zeit. Und am besten ne ordentliche Vorplanung. Ist ja nicht so, dass diese Geschenkzeiten völlig überraschend daher kommen 🙂

    • konsumrebellin schreibt:

      Da hast du wohl recht. Es mangelt mir nur leider an vorausschauender Planung, um das richtig durchzuziehen. Meine guten Vorsätze sind in diesem Jahr beim Holunderblütenlikör stecken geblieben. Aber bald beginnt ja ein neues Jahr und ich habe einen neuen Versuch 😉

  6. Annette schreibt:

    Wir machen uns nicht den geringsten Stress und hecheln auch nicht durch irgendwelche Gassen. Da wir alles haben (und noch mehr), schenken wir uns höchstens eine Kleinigkeit, weil es Spass macht, dem anderen beim Auspacken zuzusehen. Ich mag dein Foto 🙂

    • konsumrebellin schreibt:

      Das ist schlau … und da ich dem Liebsten auch gerne beim Auspacken zuschaue, wird es eine Null-Geschenke-Lösung sicher bei uns auch nicht geben. Aber etwas kleiner darf es zukünftig schon sein. Wobei, die Kamera vom letzten Jahr möchte ich dann doch nicht missen 😉

      Klar, hätte ich sie auch selbst kaufen können. Ich bin bloß nicht drauf gekommen und hätte nie gedacht, dass mir Fotografieren so viel Spaß macht. Apropos: Schön, dass dir mein Foto gefällt. Ist meine Vision vom kleinen, feinen, gemütlichen Weihnachts-Schenken 😉

  7. Sophia Mach schreibt:

    Hallöchen :), Ich hab dich und deinen Blog für den Best Blog Award getaggt. Mehr dazu in meinem Beitrag: http://huerban.wordpress.com/2013/12/12/ehre-wem-ehre-gebuhrt/ Viele Glück! 🙂 Liebe Grüße, Sophia

  8. mathildatanzt schreibt:

    Ich liebe es Geschenke zu bekommen, Geschenke auszusuchen, zu verpacken etc. Allerdings habe ich den Kreis der Schenkenden und zu Beschenkenden sehr klein gehalten. Ich habe es nur selten erlebt, dass diejenigen, die sagen, sie schenken, wann es ihnen passt und nicht zu einem bestimmten Datum überhaupt jemals etwas verschenken. Ich mag Rituale und dazu gehört eben auch die Adventszeit mit allem Drum und Dran. Dem Wahnsinn in den Läden kann man ja problemlos entgehen, solange man selbst nicht in einem solchen arbeitet. Und wenn Leute Bücher für andere kaufen finde ich das schön.
    P.S. Ein schönes Bild! Ich versuche jedes Jahr die Geschenke anders zu verpacken, Packpapier spielt aber immer die entscheidende Rolle dabei .)

    • konsumrebellin schreibt:

      Ah, langsam habe ich soweit alles komplett und entspanne mich 😉 Rituale, vor allem in der Adventszeit, liebe ich auch heiß und innig. Und kreatives Verpacken mit Packpapier! Letztes Jahr haben wir so richtig schön kitschige Vintage-Weihnachts-Sammelbildchen mit Tonnen von Glitzer gefunden und damit die Geschenke beklebt. Das leicht ironische Verpackungskonzept kam ziemlich gut an 😉 Dieses Jahr wird’s vielleicht eher naturnah. Mal sehen, wonach mir in den nächsten Tagen beim Geschenkeverpacken so ist.

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