Ich habe zugeschlagen.

Eine Frau muss wissen, wann sie zuschlagen sollte.

Dabei habe ich es wirklich nicht provoziert.

Ich bin ganz friedlich die Kölner Mittelstraße runtergelaufen, weil ich bei Olivia culinaria italia Polpettine zum Mittagessen kaufen wollte. Und da ist sie mich angesprungen. Einfach so.

Auch wenn ich gerade Shoppingdiät mache, kann ich ja nicht die ganze Zeit mit gesenktem Haupt durch die Einkaufsstraßen laufen, die mein Büro umzingeln. Es war nur ein zufälliger Blick. Und da sah ich sie im Schaufenster: die ultimative gut geschnittene schwarze Biker-Lederjacke aus herrlich weichem Leder mit dicken Zips und genau nur dem Zick&Zack, den eine coole Bikerjacke haben muss. Also keine Nietenorgien, Strass-Totenköpfe oder ähnlichen Kokolorus.

Und dachte schon: ‚OK, wieder so ein 1000-Euro-aufwärts-Teil‘. Einen Blick aufs Preisschild musste ich mir aber dann doch gewähren. Oha, sehr deutlich unter 1000 Euro.

Und dann?

Also, sollte mich bis dato ein Glorienschein der Unfehlbarkeit in Sachen Shoppingdiät umgeben haben, ist der jetzt hinüber. Dafür habe ich die ultimative Lederjacke. Bei ihrem Anblick war mir schon fast klar, dass ich in diesem Fall zum ersten Mal eine Shoppingdiät brechen würde. Und da sie auch noch wie angegossen saß, habe ich’s getan.

Ich weiß, ich habe schon gefühlte 1.345mal gepredigt, dass es das ultimative Kleidungsstück nicht gibt. Stimmt auch. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Hier musste ich einfach zuschlagen. Denn auf dieses Teil (zum einigermaßen nicht ganz so wahnsinnigen Preis) warte ich wirklich schon seit Jahren. Als Beweis darf ich diesen Post aus 2012 anführen. Da hat mich die Lederjacke (die zum schwarzen Seidenkleid) wegen großer Übereinstimmung mit meinem Lederjacken-Wunschbild nämlich noch viel mehr angefixt als die Lederhose. Die Jacke war nur nicht aufzutreiben 😉

Und wie jetzt weiter?

Je ne regrette riens, um mal die berühmte Piaf zu zitieren.

Also lebe ich nun nach dem Motto „Ist der Ruf erst ruiniert, shoppt es sich ganz ungeniert“? Nein, natürlich nicht. Das war wirklich eine ganz einmalig einzigartige ausnahmsweise Ausnahme.

Und ich werde jetzt noch braver als je zuvor in den Shoppingdiät-Modus zurückkehren.

Weitere Ausnahmen wird es nicht geben. Auf meiner langjährigen internen Wishlist steht seit heute ja auch nichts mehr. Die Fiorentini + Baker Boots, die früher dort jahrelang gelistet waren, habe ich mir ja schon letztes Jahr nach der Shoppingdiät gegönnt. Passen übrigens toll zur Jacke. Wenn das man kein Zufall ist 😉

Für die Neugierigen unter euch habe ich das Teil mal gegoogelt. Sieht aber in Wirlichkeit noch besser aus 😉

lederjacke

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Dieser Beitrag wurde unter Mode, Shoppingdiät + Konsumverzicht veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

17 Antworten zu Ich habe zugeschlagen.

  1. ibrauchnix schreibt:

    Das war doch nur vernünftig, die zu kaufen! *heiligenscheinwiederanknips*
    Du wirst sie lieben, Du wirst sie tragen und Du wirst Dich jedes Mal dran freuen – so soll doch das Leben sein, oder nicht!? Ich gratulieren von ganzem Herzen und könnte gerade mit zuschlagen, aber das laß‘ ich schön bleiben, erst mal so cool wie Du ein Jahr durchhalten !!!

  2. Cris schreibt:

    Gut gemacht, tolle Jacke!! 😉

    • konsumrebellin schreibt:

      Danke 🙂 🙂 🙂

      … und was ich schon lange mal loswerden wollte: deinen Blog finde ich auch superinteressant und deinen Stil sehr schick.

      Leider habe ich nur Spaß an den Fotos, denn mein Italienisch reicht gerade mal zum ungefähren Entziffern einer Speisekarte und die Übersetzungen von Google sind nicht wirklich lesbar. Wäre toll, wenn es deine Texte auch in deutsch oder englisch gäbe, ist aber sicher sehr viel Arbeit …

      Liebe Grüße ins Tessin
      Jana

      • Cris schreibt:

        Danke, wie nett von dir! 🙂 Ich finde in deinem Blog immer wieder eine Inspirationsquelle, schon in den letzten Monaten habe ich auch dank deinem Beispiel erheblich weniger gekauft (und habe trotzdem immer noch etwas anzuziehen 😉 !). Ich hoffe, mich 2014 noch weiter zu bessern. 😉

        Dass du dir diese tolle Jacke gekauft hast, finde ich überhaupt nicht schlimm – im Gegenteil: ein praktisches Stück, das einem gut steht und zu vielem passt ist immer eine gute Investition!

        Liebe Grüsse
        Cristina

  3. Finde ich sehr mutig hier so öffentlich zu beichten. Respekt!

    Wenn Du das Teil jetzt die nächsten 20 Jahre trägst, dann sei Dir verziehen 😉

    Viel Freude damit! Und geh sorgsam und liebevoll damit um.

    lg
    Maria

    • konsumrebellin schreibt:

      Ehrlichkeit muss schon sein, sonst kann ich dieses ganzes Blog-Projekt auch gleich sein lassen. Ich könnte euch zwar beschummeln, aber mich selber nicht und Lügen war eh noch nie meine Stärke 😉

      Ob es 20 Jahre werden, muss man sehen. Aber einige meiner absoluten Lieblingsteile sind fast 10 Jahre alt. Also gute Aussichten für die Jacke 😉

      LG
      Jana

  4. Jean schreibt:

    Dieser Beitrag hat ich bei mir eine unerwartete gedankliche „Kettenreaktion“ ausgelöst….

    Mein erster Gedanke war: das habe ich noch nie erlebt, etwas in einem Schaufenster zu sehen, das mir richtig gut gefällt und dass dann auch noch von der Größe her passt! Würde mir so etwas passieren, würde ich meine Shoppingdiät auch auf jeden Fall unterbrechen, da bin ich mir sicher (
    aktuell habe ich mir für die Monate November bis Januar Einkaufsstopp erteilt, genauso wie schon für die Monate Juni bis August)

    Es ist allerdings nicht so, dass ich einen vollen Kleiderschrank mit schönen Sache habe, sondern einen ziemlich überschaubaren Fundus an Stücken, die fast alle nicht richtig passen und/oder schon ziemliche Gebrauchsspuren haben.

    Ich bin im Moment zu dem Schluss gekommen, dass ich mich anscheinend eher in die Shoppingdiät „flüchte“, weil es mir starke Probleme bereitet, Kleidung zu finden, die mir gefällt und die passt (ich bin ziemlich klein geraten). Während ich dann diäte, muss ich mir diesen Stress nicht antun und kann die Diät quasi als „Entschuldigung“ anführen….. dass muss ich noch mal weiter gedanklich aufarbeiten!

    Dir wünsche ich auf jeden Fall viel Freude mit Deiner Jacke!

    • konsumrebellin schreibt:

      Erstmal ganz lieben Dank … ich denke, den Spaß an der Jacke werde ich lange haben. Ich würde sie am liebsten täglich tragen 🙂

      Deine Gedanken eröffnen mir auch eine neue Perspektive. Ich stand früher schon häufiger im Laden und habe insgeheim verflucht, dass mir vieles so gut passt und ich damit immer wieder in Kaufsituationen geraten bin, die ich gar nicht wollte. Die perfekte Welt scheint es nicht zu geben 😉

      Allerdings habe ich auch gelernt, alles ganz cool zu ignorieren, was mir nicht passt. Nicht ich bin falsch, sondern ein Kleidungsstück passt mir halt nicht. Pech für den Hersteller, nicht für mich. Allerdings habe ich mit 1,70 m auch die perfekte Durchschnittshöhe und auch sonst Maße, die anscheinend gut ins Raster vieler Hersteller passen. Wenn ich jetzt 15 cm kleiner wäre, würde mir das Finden passender Kleidung auch schwerer fallen und vermutlich würde ich irgendwann wieder an der Nähmaschine landen 😉

      Ich wünsche dir jedenfalls trotzdem weiter gutes Durchhaltevermögen für deinen Einkaufsstopp und danach auch mal einen guten Fund zum Zuschlagen 🙂

      Liebe Grüße

  5. essen & l(i)eben schreibt:

    ach, das mag ich so! die Ehrlichkeit und dass es auch mal die „Ausnahmen“ aus dem echten Leben gibt.

    Gut gemacht! Der Kauf – und der Post. Bei der Jacke konnte es gar keine andere Lösung geben. und letztlich ist es doch auch richtig, dann etwas zu kaufen, wenn man es so richtig gut passt und man weiß, man wird lange und viel Freude daran haben. Das muss doch letztlich das/ein Ergebnis der Shopping-Diät sein: sinnvolles wird gekauft – aber die vielen unnützen Sachen, die man sonst noch so nebenbei kauft (weil… naja, weil eben), die fallen weg. Und etwas, dass lange und viel Freude macht, ist ganz sicher als sinnvoll einzustufen.

    im Übrigen, von Dir inspiriert, habe ich mir eine Shoppingdiät für den Februar auferlegt. ich wollte einfach mal testen wie das ist, wenn man nicht konsumiert.

    ach ja, und – weil dieses Jahr eine Wohnungsrenovierung ansteht, hat es auch eine praktische Komponente: vor der Renovierung nicht noch mehr anhäufen

    so – das war erstmal mein letzter Kommentar für heute, jetzt bin ich wieder up-to-date 🙂

    liebe Grüße,
    Natalie

    • konsumrebellin schreibt:

      Danke … und viel Spaß beim Shoppingdiät-Testen. Ist sicher mal eine interessante Erfahrung 😉

      Eigentlich müsste ich dringend eine Shoppingdiät in Sachen Fotozeugs machen. Mit der Systemkamera, öffnet man natürlich eine weitere Büchse der Pandora. Ich sage nur: Objektive in diversen Festbrennweiten. Zum Glück hat der Liebste auch noch ein paar schöne alte manuelle Top-Nikkor-Objektive herumliegen gehabt. Da muss ich nicht alles neu kaufen. Trotzdem würde ich auf die Wechselobjektive keinesfalls verzichten wollen. So schön eine 50er Festbrennweite ist, gerade bei Food will man auch mal näher ran.

      Aber die Objektive sind eh nicht das schlimme Problem, weil die Auswahl halt begrenzt und das Einzelteil teuer ist. So richtig üble Shoppingfallen sind Props. Da sieht man unendlich viel, was man gebrauchen kann. Sei mal froh, dass du da Purist bist 😉

      Liebe Grüße
      Jana

      • essen & l(i)eben schreibt:

        ja, vor der Probs-Falle bin ich glücklicher Weise gefeit! bei der Technik wäre ich eher anfällig, alles zu kaufen, was man brauchen könnte (oder eben auch nicht) – aus irgendeinem Grund knipse ich aber immer noch mit meiner einfachen Canon Ixus und warte hartnäckig auf ein gutes eBay-Angebot der Ricoh Digital III. hoffen wir einfach, dass diese Vernunft (woher sie auch kommen mag) noch ne Weile bei mir bleibt 🙂

        a propos puristische Food-Fotos. in unterschiedliche Teller (oder ähnliches, was man auch wirklich auf dem Tisch verwenden würde) würde ich ja noch investieren. Nur: Wer hat denn eigentlich diese Porzellan-Preise erfunden?!! :-0

        und dann noch, weil’s mir gerade einfällt: Kennst Du mattbites.com ? das sind für mich mit die schönsten Food-Fotos.

        • konsumrebellin schreibt:

          Ja, Matts Fotos finde ich auch sehr schön, zusammen mit Peter G von Souvlaki for the Soul und Annie Quinn Davies gehört er zu meinen Lieblings-Food-Fotografen. Wenn ich Hunger auf fluffig-leichtes Hell-Buntes habe, ist auch Beatrice Peltre von La Tartine Gourmande gut.

          Allerdings tragen alle nicht dazu bei, das Begehren nach Props (zu denen Porzellan ja auch zählt), zu dämpfen – ganz im Gegenteil.

          Der Ansatz, nur Sachen zu kaufen, die man sich auch auf den Tisch stellt, ist ja im Grunde vernünftig. Habe ich auch mal verfolgt, aber wieder verworfen, weil es zu sehr ins Geld geht. Man braucht ja alles mindestens zweifach und was die Preise für gutes Porzellan angeht – die treiben nicht nur dir den Schweiß auf die Stirn 😉

  6. juniwelt schreibt:

    Super schöne Jacke, genau so eine bezahlbare suche ich auch schon länger. Hier wäre ich auch schwach geworden 🙂
    Liebe Grüße
    Juniwelt
    P.S. Toller Blog,

  7. nathalie zlatnik schreibt:

    diese“perfecto“wirst du ewig tragen!!!ein klassiker seit james dean u konsorten.
    liebe grüsse,nathalie

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