Die Wegwerfmentalität ist abstoßend. (Li Edelkoort)

Ich weiß gar nicht, weshalb uns noch immer die „style in progress“ – eine Fachzeitschrift für den Modehandel – in die Agentur flattert. Vermutlich ist das ein Relikt jener glamourösen Zeiten als wir noch für die Kölner Modemessen arbeiteten.

Die Herrenmode-Woche/Interjeans bzw Vibes4U sind inzwischen mausetot. Aber wir stehen noch auf der Versandliste der Fachmagazine. Und manchmal ist das ja richtig interessant.

Vom Titel der aktuellen Ausgabe lachte mich nämlich kürzlich die weltbekannte Trendforscherin Li Edelkoort an. Na gut, was mich noch mehr anlachte, war ihr Zitat:

„DIE WEGWERFMENTALITÄT IST ABSTOSSEND.“

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Li Edelkoort findet ziemlich deutliche Worte zur Modebranche im Allgemeinen und Fast Fashion im Besonderen. So fordert sie zum Beipiel, den Verkauf von Bekleidung zu derart unrealistisch niedrigen Preisen per Gesetz zu verbieten. Weil das einfach pervers ist. Weil dafür Menschen sterben. Und weil Mode damit zum Wegwerfprodukt verkommt, was eigentlich auch nicht im Sinne der Modebranche sein kann.

Ich kann das voll und ganz unterschreiben – auch wenn es diese gesetzliche Regelung wohl nie geben wird. Da kann nur Druck von Konsumentenseite, NGOs etc. oder eben einfach breiter Fast-Fashion-Kaufboykott helfen.

Aber lest mal hier lieber das komplette Interview auf issuu.com. Natürlich müsst ihr euch erst (was auch sonst) durch ein bisschen Werbung etc. blättern, aber ab Seite 54 geht es dann los.

Bemerkenswert daran ist, dass dieses Interview nicht in einem intellektuellen Wochenblatt, einem Ökomagazin o.ä. steht, sondern in einem Fachmagazin der Modebranche.

Zumindest macht man sich da wohl auch Gedanken …

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4 Antworten zu Die Wegwerfmentalität ist abstoßend. (Li Edelkoort)

  1. essen & l(i)eben schreibt:

    hmmm…. sind denn die Billigmode-Hersteller auch Zielgruppe oder Lobbyisten dieses Magazins?

    denn sonst müsste man sich ja fragen, ob nicht gerade diejenigen, die teure Mode herstellen, (auch aus anderen Gründen) ein gesteigertes Interesse daran haben, die Billigmode loszuwerden. und dann wären wir – wie bei allen anderen Branchen – bei der Frage, ob hier Nachhaltigkeit/gegen-Wegwerf-Mentalität auf Grund der ethischen oder der ökonomischen Gründe (soziales Gewissen als Marketing-/Absatzinstrument) beworben wird. Zumindest wird es wohl eine Mischung beider Themen sein.

    • konsumrebellin schreibt:

      Da hast du sicher den Nagel auf den Kopf getroffen 😉 Die Zielgruppe des Magazins sind eher ambinionierte Fachhändler und nicht die Vertikalen, aber wenn Ethik, Ökologie und Geschäft ausnahmsweise mal zusammenpassen … besser, als wenn gar nicht drüber geredet wird 🙂

  2. downgradedeluxe schreibt:

    Vielen Dank für Deinen Beitrag und für den Hinweis auf den Artikel!

    Das trifft es einfach in jeglicher Hinsicht. Aber warum gibt es eigentlich kein Gesetz oder Strafzölle gegen solche menschenverachtenden Artikel? Das betrifft ja nicht nur Kleidung… 😦

    Ich glaube, es gibt große Lobbys und Wirtschaftsinteressen, die soetwas zu verhindern wissen.

    Da müssen wir wohl bei uns selbst anfangen, weniger shoppen und mehr darauf auchten, wo die Artikel her kommen. Das kostet zwar mehr, aber der Preis ist dann wenigstens realistisch.

    Viele Grüße
    Emi

    • konsumrebellin schreibt:

      Du hast die Antowrt auf deine Frage ja schon selbst gegeben … und ich sehe das ganz genau so 🙂

      Wobei ich nicht nur darauf achten würde, wo die Artikel herkommen, sondern auch, welches materielle und immaterielle Haltbarkeitspotenzial sie haben.

      Es gibt ja auch teure Sachen, die extrem trendy sind oder so schnell kaputtgehen oder unrettbar pöttig werden, dass man sie auch nicht lange tragen kann.

      Wer denkt sich zum Beispiel so bescheuerte Sachen wie weiße Lederjacken oder hellgraue Satin-Sandalen aus – das sind doch klassische Einmal-Tragen-Artikel.

      Liebe Grüße
      Jana

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