Konsumrebellion reloaded!

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Hier war es eine ganze Weile ziemlich still. Und das lag nicht nur an mangelnder Zeit.

Ich hatte in den letzten Monaten so meine Zweifel, ob dieses ganze Konsumrebellions- bzw. Minimalismus-Ding überhaupt der richtige Weg für mich ist. Also bin ich ein wenig auf Distanz gegangen und wollte mal schauen, was so passiert.

Zuerst einmal ist passiert, dass ich (wiedermal) zu viel Geld ausgegeben habe. Dabei gäbe es bei mir gerade diverse Gründe, lieber etwas mehr zu sparen.

Also waren die ganze Shoppingdiät und all die schönen Gedanken über weniger Konsum  total für die Katz?

Nein, das waren sie nicht. Bestimmte Muster, die früher so unbewusst abgelaufen sind, sind mir heute bewusst. Und eigentlich war mir die ganze Zeit klar, dass mich Kaufen und blaue Pillen schlucken keinen Schritt weiter zu dem bringt, was mich wirklich glücklich macht.

Was mir fehlt, ist definitiv nicht irgendwelches Zeug. Mir fehlt vor allem Zeit oder besser: mehr Freiheit, über meine Zeit selbst zu bestimmen. Wenn man jeden Wochentag zwischen 8 und 20 Uhr mit Arbeiten oder dem Weg zur Arbeit blockiert ist, bleibt nicht viel übrig für Familie, Freunde, Sport, Hobbies, entspanntes Kochen oder gar irgendwelches Engagement im Ort. Von der Zeit für einen kleinen Hund ganz zu schweigen.

Und damit stehe ich ganz sicher nicht alleine da.

Es dauerte also nicht lange, bis die Gedanken an Minimalismus, Decluttern, Vereinfachen etc. wieder auftauchten und verdammt viel Sexappeal gewannen. Und ein paar sehr lesenswerte Bücher zu diesen Themen rückten auch meine Perspektive in eine andere Richtung.

Deshalb wird hier auch nicht mehr von ShoppingDIÄT, KonsumVERZICHT oder ähnlichem die Rede sein.

Es geht nämlich nicht ums Verzichten, sondern ums Gewinnen.

… was allerdings nicht heißt, dass es in diesem Kontext nicht sinnvoll wäre, wiedermal eine Zeitlang ganz bewusst eine Shoppingpause einzulegen. Aber dazu später.

Eines will ich allerdings noch dringend loswerden: Vielen Dank an alle, die trotz meiner monatelangen Scheibfaulheit den Blog weiter fleißig besucht haben. Am Ende hat mich sogar jemand vermisst und gefragt, ob ich nicht wieder schreiben will 😉

Ja, ich will. Denn das Thema scheint ja nicht nur für mich wichtig zu sein.

 

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11 Antworten zu Konsumrebellion reloaded!

  1. …genau deshalb hat mich Konsmrebellion auch angesprochen – nicht Verzicht, nicht Diät sondern Widerstand gegen ein bestehendes System.

    Und das ist es auch für mich, nicht umsonst habe ich für meinen Blog widerstand ist zweckmäßig gewählt.

    Ich freue mich auf weiter Beiträge und viele Gedanken von Dir!

    lg
    Maria

    • konsumrebellin schreibt:

      Liebe Maria,

      so ad hoc würde ich ja sagen, dass es mir nicht primär um Widerstand geht. Ich sehe in einem gewissen Grad von Minimalismus eher ein Tool für ein besseres Leben.

      Aber natürlich steht das im Gegensatz zu unserem dominierenden Wertesystem, welches impliziert, dass man als Minimalist (welchen Grades auch immer) automatisch Widerstand leisten muss. Nicht nur gegen viele Versuchungen, sondern auch gegen sozialen Druck, wenn man die Erwartungen anderer nicht erfüllt. Und dieser Widerstand ist in der Tat zweckmäßig 😉

      LG

  2. trix schreibt:

    Hi. Ich denke, das Thema ist eine immerwährende Spirale … mal geht es hoch, mal geht es runter. Mal wird man dem überdrüssig, dann entbrennt man wieder. Aber ich habe gemerkt, es zieht sich dennoch ein roter Faden durch das Ganze: nämlich der Wunsch nach einem bewusst freieren Leben. Ich fand z.B. Deinen Habseligkeiten-Spruch sehr gut. Denn es geht nicht nur um den kompletten Verzicht. Manche Kaufentscheidungen beruhen auf Wünschen, die eben keine Wunderkerzenmentalität haben, sondern schon was länger lodern.

    Von daher bin ich gespannt was noch kommt. Schreib ruhig wieder. 🙂 lg

    • konsumrebellin schreibt:

      Danke, liebe trix 🙂

      Mit der Spirale hast du wohl recht, aber ich will mir jetzt doch mal wieder einen energischen Schubs in die richtige Richtung geben.

      Wie ich auf deinem Blog sehe, teilen wir neben dem Interesse am Minimalismu eine weitere Leidenschaft: Ich liebe ebenfalls die Berge und diese wunderhübschen Almkühe, an denen ich nicht vorbeigehen kann, bevor ich sie nicht mindestens zwanzigmal fotografiert habe 😉

      LG

  3. Huhu,

    schön, dass Du wieder da bist. 🙂

    Stures Verzichten und Askese sind wirklich blöd. Da fehlt der Sinn.

    Natürlich gibt es dahinter einen größeren idealistischen Wert, wenn man die Themen Nachhaltigkeit, Arbeitsbedingungen, Tier- und Umweltschutz betrachtet, aber letztendlich…
    … letztendlich geht es doch eher um das einfache „Sich-selbst-gut-fühlen“.

    Also einfacher Leben, dafür mehr Zeit für das Wesentliche und die schönen Dinge haben.

    Viel Spaß, viele Deluxe-Momente und viele liebe Grüße!
    Emi

  4. Sabine schreibt:

    Schön,dass du wieder schreibst und ich bin gespannt,wohin die Reise geht.
    Manchmal geht eine Reise nur in Etappen weiter.Zur Zeit mache ich eine Rundum-Entrümpelung,
    und das tut einfach nur gut.Schicht für Schicht.
    Mein eigener Kleiderberg reduziert sich langsam.Ich suche nach einer „Uniform“,nach Schnitten
    und Farben,die zu mir passen.
    Du hast übrigens einen schönen Schreibstil.
    LG

    • konsumrebellin schreibt:

      Danke, liebe Sabine 🙂

      Rundum-Entrümperkung steht bei mir auch auf dem Plan. Herbst und Winter sind dafür eine gute Zeit. Wenn es warm ist und die Sonne scheint, zieht es mich magisch nach draußen, da wird nix mit Decluttern. Aber die dunkle Jahreszeit eignet sich perfekt und wenn der Frühling kommt, ist (hoffentlich) alles aufgeräumter, leerer und leichter.

      Eine „Uniform“ kristallisiert sich bei mir auch so langsam heraus. Allerdings fällt es mir immer noch schwer, an sich schöne Stücke, die aber da nicht reinpassen, wegzugeben. Mädchen, zieh doch mal wieder einen Rock an … oder so ähnlich 😉

      LG

  5. Margarita schreibt:

    Hallo!
    Ich bin heute bei Recherchen zu meiner Bachelorarbeit auf deinen Blog gestoßen.
    Mein Thema ist die Signalkraft des Konsumverzichts und bei der Bearbeitung hat sich dein Blog als äußerst hilfreich herausgestellt. 🙂

    Gibt es evtl. die Möglichkeit dich per Mail zu kontaktieren?

    Viele liebe Grüße,
    Margarita

    • konsumrebellin schreibt:

      Liebe Margarita,
      da ich mich nicht so oft hier im Blog herumtreibe, habe ich deinen Kommentar glatt übersehen. Sorry …

      Es freut mich natürlich sehr, dass mein Blog tatsächlich jemanden hilft. Und du kannst mich auch gerne kontaktieren, wenn das für dich noch Sinn macht: jana.ihle@web.de

      Ich bin gerade am Überlegen, ob ich hier nicht wieder schreibe. Aber so ganz durch bin ich damit noch nicht. Schließlich will ich nicht aller 3 Posts ein Comeback ankündigen, das dann gar nicht kommt 😉

      Liebe Grüße und viel Erfolg bei deiner Arbeit
      Jana

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