Project333 oder project345 oder was?

tribeca_jacken

Project333? Früher habe ich es eher so gehalten: Von jedem netten Teil lieber gleich drei Varianten kaufen …

Schon lange bevor ich diesen Blog gestartet habe, bin ich über Courtney Carvers project333 gestolpert und war gleichzeitig fasziniert und entmutigt.

Drei Monate lang nur 33 Teile tragen – wie bitte soll das gehen? Ich habe mir das ganz schön öde vorgestellt. Und ist es nicht pure Verschwendung, all die schönen anderen Sachen einfach so im dunklen Kleiderschrank schmachten zu lassen? Finanzielle Verschwendung und eine Verschwendung von Möglichkeiten?

Ja, die Möglichkeiten. Die sind Segen und Fluch zugleich. Sicher wäre es schlimm, keine Wahlmöglichkeiten im Kleiderschrank zu haben. Oder noch viel schlimmer: im Leben überhaupt nie wählen zu können, was man will. Aber ich muss zugeben, dass mich die unfassbare Vielzahl an Optionen, mit denen ich mich täglich auseinandersetzen muss, immer mehr nervt und überfordert.

Schon wieder ein neues iPhone, ein neues Portal, um Fotos oder sonstwas zu sharen, ein neuer Modetrend, ein neues Kochbuch mit 100 tollen Rezepten (dabei habe ich die gefühlt 5.000 Rezepte aus den anderen tollen Kochbüchern noch nicht mal ansatzweise auch nur ein ganz klein wenig ausgeschöpft) …

Ich muss jeden Tag so viele Entscheidungen treffen, dass ich den Gedanken, zumindest einige Teile meines Lebens radikal zu vereinfachen, immer anziehender finde.

Womit wir wieder beim Kleiderschrank und project333 wären. Ich traue mich immer noch nicht, das jetzt einfach mal durchzuziehen. Aber ich denke, ich habe endlich den Hauptgrund dafür am Schlafittchen: Meine Bedenken rühren vermutlich vor allem daher, dass ich null Ahnung habe, wo ich eigentlich jetzt gerade stehe.

Ja, ich habe keinen blassen Schimmer,  wieviele unterschiedliche Teile ich momentan so im Monat trage. Wenn ich mir keinerlei Einschränkung auferlege und einfach das anziehe, worauf ich Lust habe. Sind es 60, 70, 100 oder sogar mehr? Zu schaffen wäre das mit meiner Garderobe schon.

Deshalb habe ich für den September ein kleines Vorab-Erbsenzähler-Experiment gestartet. Ich notiere mir in einer kleinen Excel-Tabelle alle Teile, die ich trage und wie oft ich sie trage. Dabei erfasse ich nur die „offiziellen“ Kleidungsstücke, die ich im Büro oder draußen unter Leuten trage. Unterwäsche, Sportkleidung und häusliche Schlunz-Shirts und -Jeans zählen nicht mit.

Ich halte das für absolut sinnvoll. Wenn man abnehmen will, stellt man sich ja vorher besser auch auf die Waage, um zu wissen, wo man steht und um festzulegen, wo man hin will.

Die Ergebnisse meines kleinen Statistik-Experiments könnten in der Tat sehr erhellend sein. Ich bin nämlich heute, am 19. September, gerade mal bei 42 unterschiedlichen Teilen. Jedes Teil habe ich bisher im Schnitt 2,45 Mal getragen. Oha, das ist doch von den 33 Teilen nicht sooo weit entfernt!

Ich werde dieses Experiment auch noch im Oktober weiterführen und dann  für drei Monate den Ernstfall starten: Eine bestimmte Anzahl Teile aussuchen und den Rest wirklich wegpacken. Ob es 33 werden, lasse ich derzeit noch offen. Uns ist ja allen klar, dass die Zahl 33 willkürlich und eher aus Marketinggründen von Courtney gewählt wurde. Weil project333 halt so schön cool klingt.

Aber schließlich ist jeder Mensch verschieden. Vielleicht ist ja project345 für mich richtiger? Oder für dich project366 schon eine Riesenherausforderung? Jeder sollte das für sich entscheiden.

Ich halte euch auf dem Laufenden, was meine Erbsenzählerei betrifft und worauf mein Ernstfall-Projekt dann hinausläuft. Schreibt doch auch mal einen Monat lang auf, was ihr  tatsächlich anzieht. Am Ende seid ihr von 333 oder 345 oder 366 gar nicht so weit entfernt?

 

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7 Antworten zu Project333 oder project345 oder was?

  1. Marlene schreibt:

    Stimmt, darüber hab ich noch gar nicht nachgedacht. Hat auch viel damit zu tun, wann die Teile aus dem Wasch-Kreislauf wieder ausgespuckt werden 🙂

    • konsumrebellin schreibt:

      Ja, da hast du recht. Darum ist der Winter auch eine gute Zeit für so ein Projekt. Das Wetter hält sich in berechenbaren Grenzen und zumindest ich trage dann eher dunkle Teile, die nicht so häufig in die Maschine müssen wie zum Beispiel weiße Sommershirts.

  2. Stadtpflanze schreibt:

    Bei mir ist es relativ einfach, das auszurechnen: Ich ziehe bestimmte Kleidungsstücke (fast) nur zum Arbeiten an. (Es handelt sich allerdings nicht um vorgeschriebene Arbeitskleidung.) Dazu kommen ein paar Freizeit-Variationen. Unterm Strich komme ich damit locker auf 33 oder weniger (Unterwäsche ausgenommen), Kleidungs für besondere Anlässe schon mit eingeschlossen. 🙂

    Aber ich habe auch nie viel Spaß am Shoppen gefunden und keine Sachen angehäuft oder ähnliches – dadurch ist es natürlich keine so große Herausforderung, als würde man tatsächlich vor einem übervollen Kleiderschrank stehen. 🙂

    Wer die Wahl hat, hat die Qual.

  3. Ich war Anfang des Sommers für 6 Wochen weg und hatte da nur eine sehr begrenzte Anzahl von Kleidungsstücken mit. Es war einfach perfekt mit so wenig Kleidung, ich musste mir wirklich nie den Kopf zerbrechen, das ist super.

    Im April habe ich auch die Klamottenkur gemacht, da waren es 50 Teile, die man während der Fastenzeit trägt, allerdings mit Unterwäsche, Sportbekleidung und Schuhen gezählt. Also in etwa äquivalent wie die 33 Teile beim Projekt 333. Das war echt kein Problem und hat sich viel besser angefühlt.

    lg
    Maria

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